Gas-Pipeline

OMV und Gazprom fixieren South-Stream-Deal

Gegen Widerstand aus Brüssel - OMV argumentiert mit Versorgungssicherheit.

OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss und Gazprom-Chef Alexej Miller haben am Dienstag in Wien den Bau des österreichischen Abschnitts der Gaspipeline South Stream vertraglich fixiert, die ab 2017 russisches Gas bis nach Österreich bringen soll.

Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Rahmen des umstrittenen Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Österreich. Auch die Pipeline selbst ist wegen des Ukraine-Konflikts derzeit sehr umstritten. Während die EU-Kommission das Projekt aus politischen Gründen auf Eis legen möchte und das auf russisches Gas angewiesene Bulgarien den Bau nach Druck aus Brüssel vorerst gestoppt hat, hält die österreichische OMV an dem Projekt, mit dem die unsichere Verbindung durch die Ukraine umgangen werden soll, unbeirrt fest: "Es handelt sich um eine Investition in die Sicherheit der Energieversorgung Europas", sagte OMV-Chef Roiss.

Rechtlich argumentiert Brüssel damit, dass es nach den EU-Regeln unzulässig sei, dass die Gazprom als Erdgaslieferant auch den Zugang zur Pipeline kontrolliert. OMV-Chef Roiss sieht das anders: "South Stream wird dem Europäischen Recht voll entsprechen", betonte er.

South Stream
Die Gaspipeline South Stream mit einer Gesamtlänge von 2.380 Kilometern soll die russische Stadt Anapa am Nordostufer des Schwarzen Meeres über Bulgarien, Serbien, Ungarn und Slowenien mit Italien und Österreich verbinden. Die geplante Transportkapazität beträgt 63 Mrd. Kubikmeter pro Jahr, im niederösterreichischen Baumgarten soll das erste Gas aus der Pipeline Anfang 2017 ankommen.

Das South-Stream-Projekt ist ein wesentlicher Teil der Strategie Russlands, seine Gaslieferungen nach Westeuropa von der unsicheren Verbindung durch die Ukraine unabhängiger zu machen. Herzstück ist ein 925 Kilometer langer Abschnitt im Schwarzen Meer durch russische, türkische und bulgarische Hoheitsgewässer. An der tiefsten Stelle des Schwarzmeer-Abschnitts verläuft die Gasleitung 2.250 m unter dem Meeresspiegel. Vom bulgarischen Anlandepunkt in der Hafenstadt Varna führt eine 1.455 Kilometer lange Landleitung durch Serbien, Ungarn und Slowenien bis nach Norditalien bzw. von Ungarn bis nach Baumgarten in Niederösterreich, wo nach den Worten von Gazprom Alexej Miller 32 Mrd. Kubikmeter pro Jahr ankommen sollen.

Das erste Gas soll 2015 durch den ersten von vier Strängen strömen, in Baumgarten soll das erste Gas aus der South-Stream-Pipeline Anfang 2017 ankommen. Die volle Transportkapazität von 63 Milliarden Kubikmetern soll 2019 erreicht werden. Die Kostenschätzungen für das Großprojekt gehen sehr stark auseinander, zuletzt war in russischen Medien von mehr als 25 Mrd. Euro die Rede.

An der Firma South Stream Transport B.B., die ihren Sitz in den Niederlanden hat, sind die russische Gazprom mit 50 Prozent und der italienische Energieversorger ENI mit 20 Prozent beteiligt. Die BASF-Tochter Wintershall Holding und der französische Energiekonzern EDF halten je 15 Prozent. Zudem hat Gazprom für die einzelnen Teilabschnitte in den jeweiligen Ländern Unternehmen mit nationalen Energieversorgern gegründet.

Für den österreichischen Teilabschnitt ist die South Stream Austria GmbH zuständig, an der Gazprom und OMV zu je 50 Prozent beteiligt sind.

© APA
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