Palfinger in wirtschaftlich schwierigem Umfeld

Kranhersteller

Palfinger rutschte 2009 tief in die roten Zahlen

Der Salzburger Kranhersteller Palfinger ist 2009 mit einem Umsatzrückgang von 36,4 % auf 505,4 Mio. Euro tief in die roten Zahlen geschlittert: 2010 will Palfinger international reüssieren und wieder in die Gewinnzone zurückkehren. "Die Produktdiversifikation sei abgeschlossen und man werde jetzt verstärkt international expandieren", sagt Palfinger-Chef Herbert Ortner bei der Bilanzpressekonferenz. Vor allem Indien sei ein Hoffnungsmarkt. Die Kurzarbeit werde aber im März um weitere sechs Monate verlängert, so Ortner.

Für 2010 rechnet Palfinger mit einem Umsatzwachstum von rund 10-15 %, unter anderem durch Konjunkturprogramme ausgelöste Infrastrukturprojekte. Man werde 2010 wieder schwarze Zahlen bis zur "Bottom Line" schreiben, so Palfinger-Finanzchef Christoph Kaml. Das Unternehmen werde von einer Konjunkturerholung überproportional profitieren. Eine Vertriebspartnerschaft mit der auf den russischen Markt spezialisierten Kraft Invest Group soll künftig bei der Erschließung dieses Wachstumsmarktes helfen.

Ein bis zwei weitere Akquisitionen will Palfinger im Jahr 2010 realisieren. In Europa seien die Akquisitionen bereits abgeschlossen, weil man hier schon Marktführer sei, so Ortner. Der Palfinger-Chef erwartet sich noch weitere positive Impulse: Der Lagerabbau der Kunden sei nun weitgehend abgeschlossen und der Ersatzbedarf der Unternehmen werde wieder steigen

"2009 ist das schwierigste Jahr in der jüngsten Geschichte für das Unternehmen gewesen", so Palfinger-Chef Ortner. Auf den weltweiten Konjunktureinbruch und den damit verbundenen hohen Absatzrückgängen reagierte Palfinger mit einer Senkung der Fixkosten. "Palfinger hat das Kostenniveau im Jahr 2009 dramatisch um rund 30 Mio. Euro gesenkt", so Ortner. Der Mitarbeiterzahl sei 2009 nur leicht von 4.664 auf 4.517 Mitarbeiter gesenkt worden. Die Kurzarbeit werde im März um weitere 6 Monate verlängert.

"Durchschnittlich sind die relevanten Märkte für Palfinger zwischen 40 und 50 % zurückgegangen", so Ortner. In Spanien sogar um rund 90 %. Der Zusammenbruch der Märkte sei aber gestoppt und man verzeichne positive Signale im Auftragseingang. Die Kapazitätsauslastung betrage derzeit 60 % und die Überkapazität beim Personal zwischen 20 und 30 %. Man werde die Fixkosten aber nicht weiter senken, außer es gebe einen zweite Wirtschaftskrise, so der Palfinger-Chef.

Die Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren in der Konzernbilanz 2009 von Palfinger: Das EBIT drehte mit -5,0 Mio. Euro deutlich ins Minus. Der Konzernverlust belief sich auf 7,82 Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie betrug minus 0,22 Euro. Die Investitionen in Sachanlagen gingen von 46,5 Mio. im Jahr 2008 auf rund 8 Mio. Euro zurück. Der Vorstand wird der Hauptversammlung für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende vorschlagen.

Der Umsatz im Unternehmensbereich Krane stürzte im Jahr 2009 um 45,7 % auf 272,68 Mio. Euro ab. Der Wirtschaftsrückgang in der Transport- und Bauindustrie habe zu einem dramatischen Umsatzeinbruch geführt, so Palfinger. Aufgrund der Fixkostenanpassungen habe das Segmentergebnis noch einen positiven Beitrag von rund 3,7 Mio. Euro betragen, nach 87,7 Mio. Euro im Jahr 2008.

Im Segment Hydraulische Systeme ging der Umsatz im Jahr 2009 deutlich um rund 20,8 % auf 232,7 Mio. Euro zurück. Das Segmentergebnis verbesserte sich von minus 11,59 Mio. Euro auf minus 2,42 Mio. Euro. Das anorganische Wachstum der vergangenen Jahre und Maßnahmen zur Profitabilitätssteigerung habe zu der Ergebnisverbesserung geführt, so das Unternehmen.