EZB-Rat hält aktuelles Zinsniveau für angemessen

Preise stiegen im November um 0,7 Prozent

Die Inflation hat in Österreich wieder leicht an Tempo zugelegt. Im November stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 0,7 Prozent. Das ist der vierte und zugleich höchste Anstieg seit Juli, als zuletzt noch eine negative Inflation registriert wurde.

Der Oktoberwert von ursprünglich 0,3 % wurde auf 0,2 % revidiert. Mit dem November-Wert wurde der Trend nahezu stabiler Preise, der seit Mai 2009 bestand, gebrochen.

Hauptverantwortlich für den Preisanstieg im November waren die Treibstoffpreise, die im Jahresabstand nur noch geringe Rückgänge aufwiesen und deshalb die Gesamtinflation nur noch um 0,1 Prozentpunkte dämpften. Im Oktober waren es noch 0,5 Prozentpunkte gewesen.
Treibstoffe verteuerten sich um 5 %, Diesel und Normalbenzin um jeweils 5 %, Super um 4 %. Diese Verteuerungen wurden zur Hälfte durch Verbilligungen bei Flugtickets, die um 14 % günstiger wurden, kompensiert.

Preistreiber waren erneut die Ausgaben für Wohnen sowie für Versicherungen: Wohnungsmieten verteuerten sich um 5,6 %, Instandhaltungen für Wohnungen um 3,8 %. Dagegen musste für Haushaltsenergie deutlich weniger ausgegeben werden: die Preise für Gas sanken um 10 %, Heizöl verbilligte sich um 18 %, Strom blieb gleich - in Summe ergab sich ein Rückgang um 4,4 %.
Für Hausrat und die laufende Instandhaltung des Hauses stiegen die Preise im November im Schnitt um 2,4 %, vor allem Einrichtungsgegenstände wie Sitzgarnituren oder Schlafzimmermöbel verteuerten sich überdurchschnittlich um im Schnitt 3 %. Für Wohnungsreinigungsdienste mussten 8 % mehr bezahlt werden.

Am stärksten preisdämpfend wirkten sich im November Ausgaben für Erziehung und Unterricht aus. Hier kam es zu einem Rückgang der Preise um 16,3 % - hauptsächlich durch den teilweisen Wegfall der Studiengebühren (-68 %) und die österreichweite Realisierung des Gratiskindergartens (-43 %).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verbilligten sich im Schnitt um 0,9 %. Deutlich billiger wurden vor allem Molkereiprodukte und Eier (-3,0 %). Die Obstpreise sanken um 3 %. Gemüse blieb genau so teuer wie vor einem Jahr.

Verkehrsausgaben gingen um durchschnittlich 0,4 % zurück und wirkten sich aufgrund der Entwicklung der Treibstoffpreise nur noch wenig preisdämpfend aus. Treibstoffpreise waren im Gegensatz zu den Vormonaten nur noch um 2 % billiger, Diesel war 8 % günstiger, Superbenzin und Normalbenzin dagegen um jeweils 5 % teurer. Flugtickets kosteten um 21 % weniger.

Ausgaben für Freizeit und Kultur waren um 0,5 % günstiger, hauptsächlich durch billigere Pauschalreisen (-6,3 %). Flugpauschalreisen waren um 9 %, Städteflüge um 7 % günstiger als vor einem Jahr.

Gegenüber dem Vormonat Oktober stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,2 %. Die harmonisierte Inflationsrate für November betrug 0,6 % (Oktober 0,1 %, September 0,0 %).

Der Preisindex für Pensionistenhaushalte stieg im November um 0,9 % nach 0,6 % im Oktober und September. Die Differenz zum VPI betrug damit 0,2 Prozentpunkte.

Preise in Eurozone im November um 0,5 % gestiegen

In den vergangenen Monate war jeweils im Jahresabstand ein Preisrückgang verzeichnet worden - im August ein Minus von 0,2 %, im September eine Reduktion von 0,3 und im Oktober ein Absinken von 0,1 %.

In der EU-27 wurde im Vormonat sogar ein Anstieg der Preise von durchschnittlich 1,0 % registriert. In den 3 Monaten davor hatte es aber ebenfalls eine Inflation - wenn auch nicht so hoch - gegeben. Im August war sie bei 0,6 % gelegen, im September bei 0,3 und im Oktober bei 0,5 %.

Den stärksten Preisanstieg von November 2008 auf November 2009 verzeichnete Ungarn mit 5,2 %. Dann folgten Rumänien (4,6), Polen (3,8), Schweden (2,4), Griechenland (2,1), Großbritannien (1,9), Slowenien (1,8), Luxemburg (1,7), Finnland und Litauen (je 1,3), Zypern (1,0), Bulgarien und Dänemark (je 0,9), Italien (0,8), die Niederlande (0,7), ÖSTERREICH (0,6), Frankreich (0,5), Spanien (0,4), Deutschland (0,3) und Tschechien (0,2).

Gab es in diesen 20 EU-Staaten eine Inflation, wurden in Belgien und der Slowakei keinerlei Veränderungen registriert. Einen Preisrückgang gab es in den verbleibenden fünf EU-Staaten. Das stärkste Minus entfiel dabei auf Irland (2,8), vor Estland (2,1), Lettland (1,4), Litauen (1,3), Portugal (0,8) und Malta (0,1).

Von Oktober auf November dieses Jahres wurde in der Eurozone ein Preisanstieg von 0,1 % verzeichnet, in der gesamten EU von 0,2 %.