Quelle Österreich: Konkursantrag in den nächsten Tagen

Der Versandhändler Quelle Österreich gibt die Suche nach einem Investor auf und meldet Konkurs an. Trotz intensivsten Verhandlungen mit unterschiedlichsten Interessentengruppen ist es uns nicht gelungen, einen Investor an Bord zu holen.

In den kommenden Tagen wird der Konkursantrag gestellt. Quelle Österreich mit Sitz in Linz beschäftigt 1.100 Mitarbeiter. Der deutsche Mutterkonzern Quelle befindet sich bereits in der Insolvenz.

"Im Wissen darum, dass eine Insolvenz der Quelle Österreich nicht hausgemacht ist, müssen wir erkennen, dass der eigenständige Erfolgsweg in Österreich zu Ende geht. Parallel dazu werden aber inzwischen bereits Pläne über die Zeit nach der Insolvenz bewertet und Szenarien vorbereitet", so der Quelle-Vorstand.

Neben den rund 1.100 Quelle-Beschäftigten sind von der Pleite rund 900 weitere Einkommenbezieher im Raum Linz betroffen. Dazu zählen rund 400 Quelle-Pensionisten und etwa 175 Quelle-Shop-Betreiber mit Angestellten.

Die Zahl der unbesicherten Gläubiger wird auf rund 1.000 Betroffenen geschätzt. Die Passiva werden aber in der Insolvenz auf rund 100 Mio. Euro steigen.

Zu den in der Bilanz 2008 ausgewiesenen Verbindlichkeiten von 76 Mio. Euro kommen noch Rückstellungen für Pensionisten und Mitarbeiterforderungen sowie Schadensersatzforderungen von Leasinggesellschaften, sodass sich die Passiva insgesamt auf rund 100 Mio. Euro belaufen werden. Damit ist der Zusammenbruch des Linzer Versandhändlers die größte Handelspleite in Oberösterreich und bundesweit die drittgrößte Handelspleite nach Konsum und Libro.

Größter Brocken auf der Aktivseite ist das Quelle-Gebäude, das mit 27 Mio. Euro in den Büchern steht und nicht überbelastet ist. Dazu kommt ein noch nicht schätzbares Warenlager. Die Möglichkeit eines Zwangsausgleichs mit einer Quote von 20 % für die Gläubiger sei nicht ganz auszuschließen.