Royal Bank of Scotland und Lloyds werden zerschlagen

London hat ihre Pläne für die teilverstaatlichten Banken vorgelegt. Um EU-Wettbewerbsbedenken auszuräumen, werden die Institue zerschlagen.

Gleichzeitig kündigte das britische Finanzministerium weitere Milliardenhilfen für die Banken an. Wie erwartet stockt der Staat seine Beteiligung an der RBS von 70 auf 84 Prozent auf. Die Bank soll die im Februar zugesagte Kapitalspritze von 25,5 Mrd. Pfund (28,3 Mrd. Euro) erhalten.

Die Lloyds Bankengruppe will unterdessen nicht weiter auf das staatliche Rettungsprogramm zugreifen. Stattdessen strebt sie eine Kapitalerhöhung von 13,5 Mrd. Pfund an, an dieser will sich aber auch die Regierung mit 5,7 Mrd. Pfund beteiligen. Damit bleibt der Staat weiter mit rund 43 % an Lloyds beteiligt.

Beide Banken müssen sich von Geschäftsbereichen trennen in einem Volumen von rund zehn Prozent des britischen Bankenmarktes für Privatkunden. RBS wird unter anderem Filialen in England und Wales, seine NatWest-Filialen in Schottland sowie Teile des Investmentbankings verkaufen. Die Lloyds Bankengruppe muss unter anderem Filialen in Schottland sowie ihre Cheltenham & Gloucester-Filialen abgeben. Die Geschäftszweige dürfen nach Angaben des Ministeriums nur an neue oder kleine Marktteilnehmer verkauft werden.

Die Regierung setzt den Banken für den Verkauf wichtiger Bereiche eine Frist von vier Jahren. Lloyds muss der Regierung zudem für bereits geleistete Hilfen 2,5 Mrd. Pfund zurückzahlen. Die RBS muss der Regierung jährlich 700 Mio. Pfund bezahlen.

Die RBS wird den Angaben nach zu veränderten Konditionen am sogenannten APS-Programm der Regierung teilnehmen. Damit genießt sie staatlichen Schutz vor künftigen Verlusten. Lloyds dagegen werde das Angebot nicht annehmen und auf diesen Schutz verzichten.