Schwere Verluste nach Feiertagspause an Wiener Börse

ATX vollzieht Kursrutsch

Schwere Verluste nach Feiertagspause an Wiener Börse

ATX vollzieht europäischen Kursrutsch vom Wochenbeginn nach - Leitindex verliert 3,63 Prozent - BAWAG nach Zahlen mehr als sechs Prozent schwächer - Nur Lenzing im Plus.

Wien. Die Wiener Börse hat am Dienstag mit schweren Kursverlusten geschlossen. Der österreichische Leitindex ATX brach um 3,63 Prozent auf 2.114,43 Punkte ein.
 
Die europäischen Leitbörsen verzeichneten nach dem sehr schwachen Vortag nun ebenfalls erneut klare Verluste, allerdings etwas weniger starke als der österreichische Aktienmarkt. In Wien war die Börse am Montag feiertagsbedingt noch geschlossen geblieben.
 
Der österreichische Aktienmarkt dürfte die deutlichen Abschläge der übrigen Börsen nun mit Verzögerung nachgeholt haben. Zum Wochenauftakt hatten weiter steigende Covid-19-Infektionszahlen die Börsenstimmung belastet. Dazu kamen die anhaltende Unsicherheit um die US-Präsidentschaftswahlen und mangelnde Fortschritte bei den Verhandlungen der US-Parteien um ein Konjunkturpaket.
 
Bei den Einzelwerten verloren die Aktien der BAWAG 6,25 Prozent. Trotz eines solide laufenden operativen Geschäfts hat die heimische Bank nach drei Quartalen deutlich weniger Gewinn geschrieben als im Vorjahr. Belastend wirkten vor allem höhere Risikokosten.
 
Schwer unter Druck standen daneben auch die Titel von Do&Co mit einem Kursrutsch von 8,61 Prozent sowie die Anteilsscheine von Schoeller-Bleckmann mit einem Minus von 7,11 Prozent. Kursverluste von mehr als sechs Prozent verzeichneten außerdem noch die Papiere von Flughafen Wien (minus 6,64 Prozent) und s Immo (minus 6,36 Prozent).
 
Auch einige ATX-Schwergewichte stand deutlich unter Druck. Abschläge von mehr als fünfeinhalb Prozent setzte es etwa für Wienerberger (minus 5,88 Prozent), Raiffeisen (minus 5,85 Prozent) und OMV (minus 5,55 Prozent). Der Öl- und Gaskonzern wird am Donnerstag seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegen. Von der APA befragte Analysten erwarten einen klaren Ergebniseinbruch.
 
Im gesamten prime-market-Segment der Wiener Börse gab es mit Lenzing nur einen einzigen Kursgewinner. Die Titel des Faserherstellers gingen um 7,63 Prozent höher bei 64,40 Euro aus dem Handel und erreichten den höchsten Stand seit Ende Februar. Laut der Finanzseite "Börse Social Network" hat die Baader Bank ihr Kursziel für die Aktien des Unternehmen deutlich von 44,00 auf 67,00 Euro erhöht.