Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher

Siemens kämpft weiter mit der Krise

Nach deutlichen Bremsspuren durch die Wirtschaftskrise im ersten Geschäftsquartal bereitet der Münchner Technologiekonzern Siemens seine Beschäftigten auf einen weiteren Stellenabbau vor. Zwar startete der Konzern mit einem Gewinnsprung ins neue Geschäftsjahr, rutschte aber bei Auftragseingang und Umsatz kräftig ab.

"Die Krise ist längst noch nicht überwunden", mahnte Konzernchef Peter Löscher am Dienstag auf der Hauptversammlung in München. Wo immer es möglich sei, wolle man Nachfrage-Täler zwar mit Instrumenten wie Kurzarbeit abfedern. In Geschäften, in denen sich Märkte und Wettbewerb aber dauerhaft änderten, seien "Anpassungsmaßnahmen unumgänglich", sagte der gebürtige Österreicher Löscher.

Im ersten Quartal 2009/10 (30. September) gaben die Umsätze des Konzerns im Jahresvergleich um 12 Prozent auf knapp 17,4 Milliarden Euro nach. Der Auftragseingang schrumpfte um 15 Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro. Unter dem Strich kletterte der Gewinn dagegen vor allem dank der Kostensenkungen in Vertrieb und Verwaltung um fast ein Viertel auf gut 1,5 Milliarden Euro.

An diesem Donnerstag (28. Januar) will die Unternehmensleitung die Betriebsräte im Wirtschaftsausschuss über geplante Schritte informieren. "Es sind punktuelle Maßnahmen, und es sind geschäftsspezifische Maßnahmen, die wir hier im Blick haben", sagte Löscher, ohne die Zahl der betroffenen Mitarbeiter oder sonstige Details zu nennen. Bei strukturellen Veränderungen der Geschäfte gehe es aber beileibe nicht immer um einen Stellenabbau.

Bei Siemens Österreich wackeln derzeit keine Jobs. "Unter den derzeitigen Prognosebedingungen sind in Österreich keine zusätzlichen Personalabbaumaßnahmen geplant", sagte der Sprecher von Vorstandschefin Brigitte Ederer, Harald Stockbauer, am Dienstag auf APA-Anfrage. Der Personalabbau in der Softwaresparte laufe mittels eines Sozialplans weiter.

In der Softwaresparte SIS wurde der geplante Jobabbau von 632 Mitarbeitern bereits zur Hälfte vollzogen, teils wurden die Betroffenen auch an andere Firmen vermittelt. Die noch verbliebene Hälfte soll mit einem neuen Sozialplan bis März den Konzern verlassen. Gegen den Jobabbau bei SIS hatte es monatelang teils öffentliche Proteste gegeben.