Studie: Outlet Center für klassischen Handel keine Bedrohung

Mit der Eröffnung des Designer Outlet Salzburg verfügt Österreich wieder - neben dem Designer Outlet Center in Parndorf - über 2 Factory Outlet Center, nachdem 2008 die beiden Outlets Leoville in Leobersdorf und Sale City Süd in Vösendorf zugesperrt haben. Wie eine Studie von RegioPlan zeigt, ist das Potenzial für diese Art von Einkaufszentren in Österreich stark begrenzt. Für den klassischen Einzelhandel seien Outlet Center aber keine Bedrohung, so die Experten.

Factory Outlet Center (FOC) funktionierten nicht nach denselben Gesetzen wie ein normales Shopping Center, geht aus der Studie hervor. Nur wenn bestimmte Faktoren wie eine hohe Bevölkerungsdichte, eine verkehrsgünstige Lage, ein Einzugsgebiet von 30 bis 60 Minuten Fahrzeit oder ausreichend Parkplätze erfüllt seien, könne ein FOC langfristig erfolgreich sein, so RegioPlan. Da in Österreich - neben Parndorf und Salzburg - auch das FOC Freeport in Tschechien und das FOC Brennero in Italien aufgrund ihrer Grenznähe relevant seien, sei das Potenzial für Standorte hierzulande bereits sehr begrenzt.

Grundsätzlich habe ein Factory Outlet Center geringere Auswirkungen auf den klassischen Einzelhandel als angenommen, betont RegioPlan. Das Sortiment sei nicht direkt vergleichbar, weil es sich um nicht aktuelle Mode oder um fehlerhafte Ware handelt, zudem sei die Einkaufssituation eine andere. Vielmehr seien viele Schließungen auf die Strukturbereinigung zurückzuführen.

Im internationalen Vergleich liegt Österreich derzeit mit zwei Outlet Centern im unteren Mittelfeld. Mit Abstand die meisten FOC hat Großbritannien (40), gefolgt von Italien (29) und Frankreich (19). Berücksichtigt man das Verhältnis zwischen Verkaufsfläche und Einwohneranzahl, so liegt die Schweiz (4) ganz vorne. Frankreich und Deutschland (8) bieten dagegen noch Potenzial. Mittelfristig sieht RegioPlan die Expansion von Outlet Centern im westlichen Europa an Dynamik verlieren und eine Verlagerung nach Osteuropa.