Klarheit im Feber

Job-Beben bei KTM schockt Mitarbeiter

Weitere 500 Arbeitsplätze weg ++ Neuer indischer Eigentümer Bajaj baut kräftig ab und auch um  

Die Verunsicherung unter den KTM-Mitarbeitern ist groß. Erneut fallen 500 Jobs weg, Details dazu gibt es aber erst Mitte Februar. Hauptsächlich seien Angestellte und das mittlere Management betroffen, teilte die Firmenmutter mit.

Die KTM-Mutter heißt seit dieser Woche offiziell Bajaj Mobility AG, von der Pierer Mobility AG ist nach der Pleite der Name weggefallen.
AMS. Die Frühwarnmeldungen für die künftigen Kündigungen werden beim AMS eingebracht. Ein schwacher Trost: Für Betroffene steht eine Stiftung für die Automotive-Branche, die vom Land Oberösterreich und AMS finanziert wird, mit mehr als 300 Plätzen bereit.

CEO Neumeister: "Wir müssen Kosten sparen"

 Ansage. Nach der Insolvenz der KTM AG Ende 2024 versucht CEO Gottfried Neumeister als Nachfolger von Stefan Pierer den Neustart. „Die KTM AG setzt im Zuge eines Effizienzprogramms schwierige, aber notwendige Maßnahmen“, sagt er. Die Entscheidung sei wichtig, „um unsere Kosten zu senken, Strukturen zu verschlanken und das Unternehmen damit langfristig stabil aufzustellen“, gibt CEO Gottfried Neumeister an.

Eine komplette 
Führungsebene fällt Streichung zum Opfer

„Wir reduzieren in allen Bereichen an Komplexität“, so der Firmenchef . Das betreffe die Modellpalette, die IT und die Organisation der Abteilung, „etwa durch die Herausnahme einer Führungsebene“.

KTM-CEO Gottfried Neumeister am Dienstag 25. Februar 2025 bei der Sanierungsplantagsatzung 

KTM-CEO Gottfried Neumeister am Dienstag 25. Februar 2025 bei der Sanierungsplantagsatzung 

© APA/FOTOKERSCHI.AT/WERNER KERSCHBAUMMAYR

Die Maßnahmen erfolgen „mit Blick auf die konsequente Fokussierung auf das Segment Motorcycles mit den drei Kernmarken KTM, GASGAS und Husqvarna“.
Die Job-Streichungen sind für Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) „eine schmerzliche Nachricht für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Sicherheitsnetz soll rasch eine Perspektive geben.“

Konzernumsatz schrumpft stark

Die Lage bei Europas größtem Motorradhersteller, der mittlerweile im Mehrheitseigentum der indischen Bajaj Motorgruppe ist, kann nur als kritisch bezeichnet werden. Die „konsequenten Restrukturierung“ kann schlussendlich notwendig für das Überleben der KTM-Produktion in Europa sein. Dass die Bundesregierung endlich Entlastungen beim Industriestrompreis (soll dann Anfang 2027 kommen) auf tiefere 5 Cent/kWh ist da dringend nötig.

Bajaj Mobility erwartet für das Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von gut 1 Mrd. Euro, was einem Minus von 46 Prozent (!) gegenüber 2024 bedeutet. Der Absatz der Motorräder ging „nur“ um 28 % auf 209.704 Stück zurück, da im zweiten Halbjahr 2025 der Verkauf deutlich anzog.

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