Sehr schwaches internationales Umfeld. Anleger fürchten Energiekrise wegen des Iran-Kriegs.
Die Wiener Börse ist am Dienstag wegen der anhaltenden Kampfhandlungen im Nahen Osten gehörig unter Abgabedruck geraten. So rutschte der heimische Leitindex ATX zu Mittag satte 4,10 Prozent ins Minus und notierte bei 5.402,87 Zählern. Der breiter gefasste ATX Prime musste einen Abschlag in Höhe von 4,08 Prozent auf 2.686,46 Punkte hinnehmen.
Auch in Asien alles rot
Nach schwachen Vorgaben von den Asien-Märkten zeigte sich auch das europäische Umfeld einheitlich tiefrot. Auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden heute erneut starke Kursverluste prognostiziert.
Unter den Anlegern geht wegen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Straße von Hormuz als Öl- und Gasroute kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu; der Iran schloss diese mittlerweile. "Je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben die Experten der Landesbank NordLB. Die Commerzbank verwies angesichts steigender Ölpreise auch auf Inflationsrisiken.
- Aktuelle Datenveröffentlichungen rückten etwas in den Hintergrund: In der Eurozone ist die Inflationsrate unerwartet gestiegen. Im Februar legten die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,9 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im Jänner hatte die Rate noch bei 1,7 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Rate gerechnet.
- Unter den heimischen Einzelwerten rutschten FACC mit minus 10,7 Prozent ans untere Ende des Kurszettels. Deutlich schwächer mit minus 7,1 Prozent zeigten sich auch voestalpine sowie AMAG mit einem Abschlag von 7,4 Prozent. Auch AT&S mussten ein Minus in Höhe von gut sieben Prozent verbuchen.
- Finanzwerte mussten erneut Federn lassen. So büßten RBI zu Mittag 6,1 Prozent an Wert ein. BAWAG und Erste Group zeigten sich mit Abschlägen in Höhe von 4,4 bzw. 3,9 Prozent. Bei den Versicherern rutschten UNIQA um gut sechs Prozent ab und Vienna Insurance Group verloren 4,5 Prozent.
Im Energie-Sektor lagen EVN 4,2 Prozent tiefer und Verbund gaben nach den deutlichen Vortagesgewinnen um 3,4 Prozent nach. Bei den Ölwerten schwächten sich OMV nach dem gestrigen Kursanstieg heute Mittag um 1,7 Prozent ab. SBO lagen klare 3,9 Prozent im Minus.