Spritpreis-Schock: Alarm um Hamster-Tanken

Teuerung

Spritpreis-Schock: Alarm um Hamster-Tanken

Bevor der Sprit ab Samstag noch teurer wird, dürfte es sich vor Zapfsäulen stauen.

Wien. Der Countdown zum nächsten Spritpreis-Schock läuft. Am 1. Oktober, also kommenden Samstag, startet die CO2-Bepreisung, die den Sprit in Österreich auf einen Schlag saftig verteuert. Nur logisch, dass vor diesem Teuer-Stichtag noch mit einem Ansturm auf die Tankstellen gerechnet wird.

ARBÖ rät, vor Samstag Auto noch vollzutanken

So rät der ARBÖ explizit allen Autofahrern, noch vor Samstag vollzutanken. „Denn am 1. Oktober kommt die CO2-Steuer, und damit wird Treibstoff pro Liter um gut 8 Cent teurer“, so ARBÖ-Präsident Peter Rezar.

Engpässe. Warteschlangen vor den Zapfsäulen sind in den nächsten Tagen realistisch. Einen Dämpfer könnte die Tanklust allerdings durch aktuelle Engpässe beim Diesel bekommen. Immer häufiger standen Diesel-Fahrer zuletzt vor leeren Zapfsäulen. Der Treibstoff sei vorübergehend nicht verfügbar, hieß es auf Info-Zetteln an den Tankstellen.

Tatsächlich ist Diesel europaweit knapp. Das liegt einerseits an fehlenden Importmengen aus Russland. In Österreich kommt hinzu, dass in der OMV-Raffinerie Schwechat nach einem Unfall langwierige Reparaturen erforderlich sind und die Kraftstoff-Produktion dort derzeit nur bei 20 % der Kapazität liegt. In der ersten Oktoberhälfte soll der Vollbetrieb der Raffinerie wieder aufgenommen werden. Das könnte die Liefersituation beim Diesel entspannen.

Kritik an Steuer-Start trotz hoher Inflation

Dass die CO2-Steuer am 1. Oktober startet, obwohl die Menschen durch die allgemeine Preisexplosion – die Inflationsrate lag im August bei 9,3 % – im Alltag schon enorm belastet sind, wird teils heftig kritisiert. „Es ist verständlich, wenn viele Menschen bis Freitagnacht versuchen, ihre Tanks nochmals ohne CO2-Steuer zu befüllen“, meint FPÖ-Mann Manfred Haimbuchner.

Der ÖAMTC fordert als Ausgleich eine Senkung der Mineralölsteuer (MöSt). „Damit wäre einerseits jenen geholfen, die auf das Auto angewiesen sind. Andererseits wäre so die weitere Auszahlung des Klimabonus, der aus den Einnahmen der zusätzlichen CO2-Steuer finanziert wird, gesichert“, so ÖAMTC-Experte Martin Grasslober.