US-Börsen zur Eröffnung etwas schwächer erwartet

Die US-Börsen werden am Freitag wohl etwas schwächer in den Handel starten. Nachdem der S&P-500-Index tags zuvor sein Rekordhoch noch etwas weiter ausgebaut hatte, dürfte es vor dem Wochenende vorsichtiger zugehen, sagten Börsianer.

Immerhin stehen in der kommenden Woche einige sehr wichtige, wegweisende Konjunkturdaten in den Vereinigten Staaten auf der Agenda. Eine herbe Enttäuschung waren zudem die Quartalszahlen des Online-Händlers Amazon. Der Future auf den Dow Jones Industrial gab rund eine dreiviertel Stunde vor dem Handelsstart um 0,16 Prozent nach. Der Terminkontrakt auf den Technologiewerte-Index Nasdaq 100 büßte 0,36 Prozent ein.

Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter waren im Juni zwar höher als erwartet gewesen, doch das bewegte kaum. Das Interesse richtet sich laut Analyst Dirk Gojny von der National-Bank zunehmend auf das Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank und den US-Arbeitsmarktbericht in der nächsten Woche.

Unternehmensseitig rückten weitere Unternehmen mit ihren Geschäftsberichten in den Blick. Die Aktien von Amazon brachen vorbörslich bereits um mehr als zehn Prozent ein. Der Verlust stieg wegen hoher Investitionen in Service und Produkte von 7 Millionen Dollar im zweiten Quartal des Vorjahres auf nun 126 Millionen Dollar. Für das laufende Quartal rechnet das Management sogar mit einem operativen Verlust von bis zu 810 Millionen Dollar.

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Visa und Starbucks konnten mit ihren Geschäftsberichten ebenfalls nicht überzeugen. Der Kreditkarten-Anbieter Visa meldete zwar einen Gewinnanstieg in seinem dritten Geschäftsquartal, senkte aber seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2013/14. Bei der Kaffeehaus-Kette bestimmte die Sorge vor rückläufigen Gewinnen den Aktienkurs. Nach einem Rekordquartal beschleunigt die Firma aus Seattle den Ausbau neuer Filialen. Im gesamten Geschäftsjahr, das im September endet, sollen nun 1550 neue Standorte weltweit eröffnet werden und damit 50 mehr als bisher geplant. Vorbörslich büßten die Papiere der beiden Unternehmen jeweils rund drei Prozent ein.

Die Anteilsscheine der Ratingagentur Moody's und die von Abbvie legten vor dem Börsenstart zu. Moody's übertraf die Gewinnerwartungen von Analysten, nachdem im zweiten Quartal die verstärkte Ausgabe von Unternehmensanleihen die Nachfrage nach Kreditwürdigkeits-Einstufungen angekurbelt hatte. Das Pharmaunternehmen Abbvie, das zuletzt wegen seiner beharrlichen Anstrengungen zur Übernahme des Konkurrenten Shire Pharmaceuticals Schlagzeilen machte, übertraf mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Analystenschätzungen. Grund dafür war der starke Absatz seines Arthritis-Medikaments Humira.