Gesamtpreis steigt um sechs Prozent

Verbund erhöht Strompreis ab Anfang Mai

Der Verbund erhöht den Strompreis für die rund 240.000 Haushaltskunden ab 1. Mai. Der reine Energiepreis, der rund ein Drittel der gesamten Stromrechnung, ausmacht wird um 12,3 Prozent von 6,5 auf 7,3 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhöht. Der Gesamtpreis inklusive Steuern und Abgaben steigt um 6 Prozent, heißt es in einer Verbund-Mitteilung.

Begründet wird die Erhöhung mit den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gestiegenen Aufwendungen für Ökostromanlagen. Der Verbund bleibe aber weiterhin einer der günstigsten Stromanbieter Österreichs, wird betont. Bei den Landesversorgern sind derzeit großteils keine Strompreis-Erhöhungen geplant, ergab am Mittwoch ein APA-Rundruf quer durch Österreich. Lediglich Vorarlberg prüft mögliche Anpassungen.

Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden in Wien mit einem Verbrauch von 4.000 kWh koste die Kilowattstunde Strom (inklusive Netztarif sowie Steuern und Abgaben) 18 Cent, so der Verbund. Mit einer Kilowattstunde Strom könnten beispielsweise 5,6 Kilo Wäsche gewaschen oder ein Raum vier Tage lang durchgehend beleuchtet werden.

Die Arbeiterkammer kritisiert die Erhöhung. Die Energiekosten belasteten schon jetzt die Ärmsten stark, viele wüssten nicht, wie sie Energierechnungen zahlen sollten und müssten ab Mai wieder draufzahlen, so AK-Präsident Tumpel. Der lange kalte Winter gehe heuer ins Geld und nun rolle auf die 240.000 Verbund-Kunden die nächste Belastungswelle zu. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh erhöhten sich die reinen Stromkosten um 33 Euro von 273 auf 306 Euro.

Als Tipp hat die AK folgendes parat: "Sie können gegen die Preiserhöhung bis zum 28. Mai schriftlich widersprechen. Aber Achtung: Sie müssen sich rasch einen neuen Lieferanten suchen oder einen Vertrag abschließen." Denn: Bei Widerspruch liefert der Verbund nur mehr bis 31. August zum alten niedrigeren Preis.