China kritisiert Derivate-Geschäfte ausländischer Banken

Ein hoher chinesischer Funktionär hat das Geschäft ausländischer Banken mit Derivaten scharf kritisiert. Der Verkauf solcher Terminpapiere habe "betrügerischen Charakter", schrieb der stellvertretende Vorsitzende der Behörde zur Verwaltung von Staatsunternehmen, Li Wei, in einem Kommentar der Zeitung "Xuexi Shibao" (Study Times), die von der Parteischule des Zentralkomitees herausgegeben wird.

"Einige internationale Investmentbanken sind die größten Verbrecher", so Wei. Insbesondere bei staatlichen Fluggesellschaften hätten Termingeschäfte mit Kraftstoff zu hohen Verlusten geführt. Diese Deals wurden mit Banken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley abgewickelt.

Wei räumte ein, dass chinesische Unternehmen zum größten Teil selbst für ihre Verluste verantwortlich seien. Allerdings seien Derivate, die an den Ölpreis oder die Entwicklung bei anderen Rohstoffen gebunden seien, viel zu komplex und in der Beurteilung der Risiken kaum zu überschauen.

Lis Behörde ist für die Kontrolle von 136 staatlichen Banken, Versicherern, Telekommunikationsunternehmen und anderen Firmen zuständig. Von diesen investierten 68 in Derivate und registrierten nach Angaben Lis bis Ende Oktober vergangenen Jahres Buchverluste von 11,4 Mrd. Yuan (1,104 Mrd. Euro).