D: Einfuhren verteuerten sich im Februar massiv

Die Einfuhren nach Deutschland verteuern sich wegen höherer Energiepreise so stark wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Im Februar kosteten Importe 2,6 % mehr als vor Jahresfrist, wie das deutsche Statistische Bundesamt mitteilte. Einen stärkeren Anstieg gab es kurz nach Beginn der Finanzkrise mit 2,8 %. Analysten hatten dagegen im Schnitt nur mit einem Preisanstieg von 2,1 % gerechnet.

Grund für die Teuerung ist die Entwicklung des Ölpreises: Allein für Rohöl mussten die Kunden in Deutschland 60 % mehr bezahlen als im Februar 2009, Mineralölprodukte kosteten 41,4 % mehr. Ohne Erdöl und Kraftstoffe kosteten Importe dagegen 1,4 % weniger als im Vorjahr.

Doch auch viele Metalle schlugen deutlich stärker zu Buche als vor Jahresfrist. So kostete Kupfer fast 90 % mehr, Nickel verteuerte sich um annähernd zwei Drittel. Eisenerze waren dagegen fast ein Drittel günstiger zu haben.

Bofinger: "Kein massiver Preisanstieg in Eurozone"

Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger erwartet trotz Griechenland-Krise und hoher deutscher Staatsverschuldung keinen massiven Preisanstieg in der Eurozone. Dem TV-Sender "Phoenix" sagte er auf die Frage, ob in Europa mit einer starken Inflation gerechnet werden müsse: "Ich halte das für völlig ausgeschlossen." Die EZB habe eine stabile Verfassung und werde den Weg der Inflation nicht gehen.

Er widersprach auch der These, die deutschen Exportüberschüsse seien wesentlich verantwortlich für die wirtschaftlichen Probleme von Ländern wie Griechenland. "Aus meiner Sicht haben die Griechen ein Problem mit ihren Staatsfinanzen, das nicht unbedingt mit deutschen Überschüssen zu erklären ist", ergänzte der Wirtschaftswissenschaftler, der auch Mitglied im Sachverständigenrat der deutschen Bundesregierung ist.
Griechenland habe die niedrigsten Steuern auf Einkommen und Unternehmensgewinne und dadurch viel zu geringe Staatseinnahmen gehabt, sagte Bofinger zu den Gründen für die griechische Finanzkrise.

1 deutsche Arbeitsstunde kostet im Schnitt 30,9 Euro

1 Arbeitsstunde in Deutschland kostet einen Arbeitgeber im Schnitt 30,9 Euro. Soviel wurde 2009 in der deutschen Privatwirtschaft gezahlt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit auf Rang 8: Teurer waren Arbeitsstunden in Dänemark, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden.

In 18 Ländern der EU waren die Kosten je Arbeitsstunde günstiger - Bulgarien wies mit 2,9 Euro die niedrigsten Arbeitskosten auf. Aus einem Land - Irland - lagen keine Angaben vor.

Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttolöhnen und den Lohnnebenkosten zusammen. Die Branche mit den höchsten Arbeitskosten war in Deutschland die Energiewirtschaft: Hier zahlten die Arbeitgeber im Schnitt 50,3 Euro pro Stunde. Die niedrigsten Kosten hatte das Gastgewerbe, das im Schnitt 16,1 Euro pro Arbeitsstunde zahlte.

Im Verarbeitenden Gewerbe kostete die Arbeitsstunde in Deutschland im Schnitt 35,6 Euro. Damit lag Deutschland hinter Belgien und Dänemark auf Platz drei - in einer Branche, die besonders im internationalen Wettbewerb steht, wie die Statistiker mitteilten. Sie wiesen gleichzeitig darauf hin, dass die Arbeitskosten je geleisteter Stunde im vergangenen Jahr auch deshalb stark anstiegen seien, weil die Zahl der Arbeitsstunden wegen der Wirtschaftskrise stark zurückging - unter anderem wegen der Kurzarbeit.

Auch die Lohnnebenkosten - also vor allem die Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen und die Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge - verglichen die Statistiker. Arbeitgeber in Deutschland zahlten demnach im vergangenen Jahr auf 100 Euro Bruttolohn 32 Euro Lohnnebenkosten.

Damit lag Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 36 Euro und auf einem mittleren Rang 13. In Frankreich etwa betrugen die Lohnnebenkosten 50 Euro, in Schweden 49 Euro. Am unteren Ende der Liste findet sich demnach Malta, wo die Arbeitgeber nur neun Euro Lohnnebenkosten zahlten.