Geithner setzt auf stärkere Binnennachfrage

Geithner: Europa muss wirtschaftlich umdenken

US-Finanzminister Timothy Geithner hat Deutschland indirekt für seinen exportorientierten Wirtschaftskurs kritisiert.

Das geänderte Konsumverhalten der Amerikaner werde die Nachfrage nach ausländischen Gütern dämpfen, sagte der Minister in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit".

Die Chinesen würden bereits darüber nachdenken, wie man die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Export und von den Investitionen verringern könne. "Wenn die USA mehr sparen, verändert das die Gegebenheiten für die ganze Welt... Wir können den Europäern die Entscheidung nicht abnehmen. Sie müssen sich selbst überlegen, wie sie sich anpassen", zitierte die Zeitung Geithner. Auch Europäer und Japaner müssten ihr Verhalten ändern und die Binnennachfrage ankurbeln.

Bereits im Vorfeld des Weltfinanzgipfels von Pittsburgh hatten die Europäer und insbesondere Deutschland zurückhaltend auf die Kritik der USA an den Handelsungleichgewichten reagiert. Die Volkswirtschaften von Deutschland und China sind anders als die USA vom Export und damit von ausländischer Nachfrage, eben auch aus den USA, abhängig.

Die USA dagegen kämpfen seit Jahren mit einem hohen Außenhandelsdefizit. Lange war dort der private Konsum Wachstumstreiber - oft auf Pump. Wegen der Finanzkrise fordern die USA nun ein Umdenken im weltwirtschaftlichen Handeln.