500 kWh pro Familie geplant

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Gratisstrom für die Ärmsten in Lettland

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Das von der anhaltenden Wirtschaftskrise besonders stark betroffene Lettland eilt den Ärmsten in der Gesellschaft mit einer ungewöhnlichen Maßnahmen zu Hilfe. Wirtschaftsminister Artis Kampars kündigte an, im kommenden Winter den Einkommensschwächsten bis zu 500 Kilowattstunden Strom gratis zuzuteilen. Kampars schätzt, dass bis zu 100.000 Familien in diese Kategorie fallen könnten - rund 15 Prozent der Kunden des staatlichen Stromversorgers Latvenergo.

Voraussetzung für den Erhalt des Gratisstroms ist ein Einkommensnachweis des jeweiligen Haushaltes. Die Aktion soll am 1. November beginnen. Laut dem Minister sollten die 500 KWh ausreichen, um bei einem sparsamen Verbrauch eine ganze Familie durch den Winter zu bringen. Mit der Maßnahme soll auch sozialen Spannungen vorgebeugt werden.

Die staatliche Energiegesellschaft kämpft seit Monaten mit immer höheren, unbezahlten Stromrechnungen. Zuletzt betrugen die großteils von Unternehmenskunden stammenden Außenstände aus unbezahlten Rechnungen rund 8 Mio. Lats (11,40 Mio. Euro). Jeden Winter sterben allein in der lettischen Hauptstadt Riga Dutzende, zumeist ältere Menschen, weil sie entweder in ihren Wohnungen erfrieren oder sich dort ein offenes Feuer anzünden.

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