Pevec

Kroatische Pevec in schwieriger Situation

Die führende kroatische Baumarktkette steht vor dem Aus. Gestern haben Hunderte Mitarbeiter vor den Pevec-Märkten in vier Städten demonstriert, weil ihnen die Löhne für September und Oktober nicht ausbezahlt wurden. Nach Schätzung der Gewerkschaften müssen für die monatlichen Lohnzahlungen zwischen 4,5 und 6 Mio. Kuna (615.000 und 820.000 Euro) aufgewendet werden.

Das Familienunternehmen Pevec soll unter anderem rund 200 Mio. Euro Schulden bei den Banken haben, darunter auch bei den Bankentöchter der Hypo Group Alpe Adria und von Raiffeisen International. Außerdem soll die Baumarktkette Schätzungen zufolge rund 2 Mrd. Kuna (273 Mio. Euro) den Lieferanten schulden. Die Mitarbeiter wollen die Proteste fortsetzen, bis ihre Löhne ausbezahlt werden.

14 Standorte, 4.000 Mitarbeiter

Pevec hat in Kroatien 14 Standorte und beschäftigte vor der Krise rund 4.000 Mitarbeiter. Aufgrund der schwierigen Finanzsituation des Unternehmens blieben je eine Filiale in Zagreb und Varazdin geschlossen. Vor wenigen Tagen wurde außerdem ein Markt in der bosnischen Stadt Banja Luka geschlossen, der erst im September 2008 eröffnet wurde, berichteten bosnische Medien. Damals investierte die Pevec-Gruppe rund 20 Mio. Euro in den Baumarkt.

Am Dienstag ist der erst kürzlich als Sanierer eingesetzte Pevec-Co-Geschäftsführer Josip Baotic zurückgetreten. "Pevec ist typisch für das Wirtschaften in Kroatien", kritisierte er. Von den Käufern wurde so viel wie möglich abgeknöpft, während den Lieferanten irgendwann bezahlt wurde. "Dies ist keine gesunde Wirtschaft". Als er in das Unternehmen vor rund 40 Tagen geholt wurde, war er überrascht, wie unprofessionell das Unternehmen, dass einmal einen Umsatz von rund 3 Mrd. Kuna hatte, geführt wurde, so Baotic. Immer mehr Mitarbeiter würden das Unternehmen verlassen. Vor ein paar Tagen waren noch rund 2.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Medienberichten zufolge sollen bereits einige Mitarbeiter wegen ausständiger Lohnforderungen bei Gericht einen Konkursantrag gegen das Unternehmen gestellt haben.