Jobless

Zahl der US-Arbeitslosmeldungen steigt wieder

In den USA haben sich in der zurückliegenden Woche wieder mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg auf 460.000, wie das Arbeitsministerium mitteilte.

Das waren 25.000 mehr als von Analysten vorhergesagt und 18.000 mehr als in der Vorwoche. In den vergangenen vier Wochen meldeten sich damit im Schnitt 450.250 Amerikaner arbeitslos.

Fed-Vertreter warnen vor neuen Blasen an Finanzmärkten

In der US-Notenbank wächst offenbar die Furcht von neuen Blasen an den Finanzmärkten. Der Chef der Notenbank von Kansas City, Thomas Hoenig, machte die extreme Niedrigzinspolitik der Fed für diese Gefahr verantwortlich und befürwortete deshalb sogar eine Zinserhöhung.

Der Präsident der New Yorker Fed, William Dudley, sieht dagegen die Geldpolitik hier weniger in der Pflicht - er sprach sich stattdessen für einen stärkeren Einsatz von Reformen und öffentlichen Warnungen aus. Auch Fed-Chef Ben Bernanke sieht angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der Schwäche am Immobilienmarkt die Zeit für Zinserhöhungen noch nicht gekommen.

Die Zinsen über einen längeren Zeitraum künstlich auf niedrigem Niveau zu halten, fördere finanzielle Risikobereitschaft, sagte Hoenig auf einer Veranstaltung vor Geschäftsleuten. "Bleiben diese Bedingungen unverändert, so werden sie einen Kreditboom fördern und unweigerlich zu einem Platzen der Blase führen." Um dies zu verhindern, könnte die Fed die Zinsen auf rund ein Prozent anheben. Damit blieben die Kreditkosten immer noch auf historischen Tiefstständen, so Hoenig. Gleichzeitig werde aber signalisiert, dass die Krisenpolitik des billigen Geldes stetig zurückgefahren werde.

Hoenig schert mit seiner Meinung aus dem offiziellen Votum der Fed aus. Die US-Notenbank dürfte sich nämlich mit der ersten Zinserhöhung nach der schweren Krise noch länger Zeit lassen. Das war am Dienstagabend aus dem Protokoll der März-Sitzung ihres geldpolitischen Ausschusses hervorgegangen. Bernanke bekräftigte am Mittwoch, die US-Wirtschaft sei noch nicht ganz aus dem Gröbsten raus. "Viele Amerikaner kämpfen noch immer gegen die Arbeitslosigkeit oder eine Zwangsvollstreckung oder sogar beides."

Aus den Protokollen ging bereits hervor, dass Hoenig abermals gegen die Beibehaltung der Floskel "für einen längeren Zeitraum" als Signal für einen anhaltenden Niedrigzins-Kurs der Fed votierte. Er hatte sie bereits im Jänner streichen wollen. Die Fed hat im Kampf gegen die Krise die Finanzmärkte mit Geld geflutet und den Leitzins auf ein Rekordtief von 0 bis 0,25 % gesenkt.

Die US-Notenbank muss im Gegensatz zu anderen Zentralbanken nicht nur die Inflation in Schach halten, sondern sich laut Mandat auch um Wirtschaftswachstum und die Beschäftigungslage kümmern. Angesichts dieser drei gleichrangigen Ziele wundert es nicht, dass innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) nicht immer Einigkeit über den richtigen Zins-Kurs herrscht.