Regeneration dauert

Wirtschaft erst 2012 über Niveau von 2008

Nach der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise wird die heimische Wirtschaft wohl vier Jahre brauchen, bis sie wieder das Niveau von 2008 übertrifft. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2012 269 Mrd. Euro ausmachen, um ein mageres Prozent mehr als im Jahr vor der Krise (266 Mrd. Euro), geht aus der am Mittwoch veröffentlichten mittelfristigen Prognose des IHS hervor.

Ähnlich verhält es sich mit anderen Indikatoren. Besonders stark sind die Bruttoinvestitionen betroffen, die auch 2013 mit 58,6 Mrd. Euro noch knapp niedriger liegen werden als 2008, damals rund 59 Mrd. Euro. In Relation zur Wirtschaftsleistung werden die Investitionen von 2008 bis 2013 sogar um einen Prozentpunkt auf 21,3 Prozent zurückgehen.

Auch bei den Exporten wird das Minus von heuer - gut 11 Prozent - noch einige Jahre nicht aufzuholen sein. 2012 dürften die Exporte 159 Mrd. Euro wert sein, um ein Prozent mehr als 2008 (156,4 Mrd. Euro). Dabei waren bis zur Krise jährliche Zuwächse der Exporte von fünf bis sieben Prozent üblich.

Die Probleme zeigen sich auch am Arbeitsmarkt. 2008 waren 3,3 Mio. Menschen aktiv unselbstständig beschäftigt, dieser Wert wird erst 2013 wieder erreicht. Dahinter liegt ein Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent im Jahr 2008 auf über 8 Prozent in den Jahren 2011 bis 2013.

Trotzdem erwartet das IHS, dass der private Konsum nach einer sehr kleinen Delle 2009 (minus 0,2 Prozent) schon 2010 wieder das Niveau von 2008 erreicht, jeweils 134,5 Mrd. Euro. Der öffentliche Konsum wird überhaupt jedes Jahr zulegen.