Ärzte in Intensivstation

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"Angespannte Situation" auf Intensivstationen in NÖ

Einzelne elektive Eingriffe werden verschoben.

Die zuletzt stark steigenden Corona-Zahlen haben sich auch auf die Lage auf den Intensivstationen in Niederösterreichs Landeskliniken ausgewirkt. Christoph Hörmann, Intensivbettenkoordinator der NÖ Landesgesundheitsagentur (LGA), hielt fest, dass die "Situation im Augenblick ziemlich angespannt" sei. 72 Covid-Patienten wurden mit Stand Mittwoch intensivmedizinisch betreut, 85 von insgesamt 333 entsprechenden Betten waren frei.

Abstriche macht man in den Kliniken derzeit bei sogenannten elektiven Eingriffen. Diese werden "zum Schutz der Patienten nach Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt", hieß es seitens der LGA. "Akute Notfälle und dringliche Eingriffe sind davon nicht betroffen und werden jederzeit durchgeführt", wurde aber auch betont.

Hörmann, gleichzeitig Abteilungsleiter der Anästhesie und Intensivmedizin im Universitätsklinikum St. Pölten, verwies auf einen Stufenplan, der regle, wie die Kliniken weiter vorgehen können, um auch dann Kapazitäten zu haben, wenn die Zahl der beatmungspflichtigen Patienten zunehme. "Und da rede ich gar nicht nur von Covid-Patienten. Letzten Endes macht es die Gesamtheit der beatmungspflichtigen Intensivpatienten." Die Zahl der angesprochenen Personen in intensivmedizinischer Betreuung, die nicht an Corona erkrankt sind, betrug am Mittwoch laut LGA 176.

Eingeräumt wurde von Hörmann, dass das Bundesland vergleichsweise viele Intensivbetten zur Verfügung habe. "Die sind aber nicht frei und warten nicht auf die Covid-Patienten, sondern sind schlicht und einfach durch andere lebensbedrohliche Zustände bei Patienten, die dann Intensivtherapie brauchen, belegt."

Auf Normalstationen betreut wurden mit Stand Mittwoch laut LGA 324 Corona-Patienten. Am Montag waren 310 bekannt gegeben worden.

Doch zurück zum Intensivbereich. Für die Situation, dass noch weitere Betten benötigt werden würden, gibt es laut LGA ein Szenario. "Im Sinne unserer regionsübergreifenden Versorgungsstruktur ist für diese Fälle Vorsorge getroffen", wurde betont.

Eine wichtige Rolle bei der Versorgung einer breiten Öffentlichkeit mit aktuellen Daten spielt das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Eingemeldet werden die Zahlen aus Niederösterreich jeweils einmal täglich, in der Früh.