Bergthaler: „Null Argumente für die Lockerung“

Virologe fürchtet zu späte Abriegelung Tirols

Bergthaler: „Null Argumente für die Lockerung“

Virologe in Sorge: Sind die verschärften Maßnahmen in Tirol zu spät entschieden worden?

Andreas Bergthaler, Virologe vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) an der Akademie der Wissenschaften, richtete im „ZiB 2“-Interview klare Worte an die Bundesregierung und die Bevölkerung. 
 

Skepsis bezüglich Öffnungen

„Aus rein virologisch-epidemiologischer Sicht gibt es null Argumente für die Lockerungen“, so Bergthaler im Gespräch mit Armin Wolf, der die Sendung teilweise auf Tirolerisch moderierte. Bergthaler zeigte sich skeptisch über die vorgestern in Kraft getretenen Öffnungen: Anstatt weiter zu lockern solle die Bevölkerung dazu motiviert werden, bei der Virus-Eindämmung mitzuwirken.
 

Sorge um Tirol

Der Virologe gab auch eine Einschätzung bezüglich der Verschärfung der Corona-Maßnahmen in Tirol ab: Die Maßnahmen seien ein wichtiger Schritt, der aber möglicherweise viel zu spät getätigt wurde. „Das Wichtigste ist der Faktor Zeit“, so Bergthaler. Es stelle sich daher die Frage, ob es für eine Abriegelung des Bundeslandes nicht „vielleicht schon zu spät“ sei, denn die südafrikanische Corona-Mutation habe sich in Tirol bereits weiter ausgebreitet.
 
Das sei besorgniserregend, denn es habe sich gezeigt, dass die südafrikanische Variante nicht nur deutlich infektiöser ist, sondern auch Probleme für die Immunisierung durch Impfstoffe mit sich bringe: Die Vakzine des Herstellers AstraZeneca beispielsweise zeigten in Südafrika nur wenig Wirkung gegen die Mutation.
 

Contact Tracing gut, aber ausbaufähig

Bergthaler äußert aber nicht nur Sorge, sondern auch Lob: Das Contact Tracing in Tirol sei gut, sonst würden nicht so viele Fälle gefunden werden. Dennoch plädiert er für eine intensivere Verfolgung von Fällen, vor allem in Regionen, die stark betroffen sind. 
 

Steigende Corona-Zahlen?

Laut Andreas Bergthaler müsse man damit rechnen, dass die Corona-Infektionszahlen in Österreich weiter ansteigen, denn die südafrikanische Variante sei „bislang noch nicht in ganz Österreich angekommen.


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