Corona-Ampel: Österreich fast komplett rot

Kommission zieht Notbremse

Corona-Ampel: Österreich fast komplett rot

Wochenlang unterschätzte die Corona-Kommission das Infektionsgeschehen.Jetzt wurde sogar die Hauptstadt Wien rot gefärbt.

Am Freitag soll – zumindest sind Infektionsgeschehen, Hospitalisierungsraten und Positivitätsrate (12 Prozent) eindeutig – die Österreich-Karte der Corona-Ampel-Kommission rot gefärbt werden. Demnach ist nach Bundesländern ganz Österreich rot außer Kärnten.

Auf Bezirksebene sind in Kärnten allerdings drei Bezirke (Hermagor, Wolfsberg, Völkermarkt) ebenfalls rot. Orange leuchten ab morgen in ganz Österreich nur mehr Bregenzerwald, das Kleinwalsertal, Güssing, Villach-Stadt, Villach-Land, Klagenfurt-Stadt, Feldkirchen, Hollabrunn, Horn und Scheibbs. Und nur Spittal, Murau, das Große Walsertal und das Klostertal sind gelb eingefärbt.

Am Donnerstag verzeichnete Österreich 4.453 Neuinfektionen. Und hat damit jene Zahl übertroffen, die etwa Ages-Leiter Franz Allerberger – 3.000 bis 4.000 pro Tag – erst für Dezember prognostiziert hatte.

Tirol hat höchsten Wert

Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt österreichweit bei 254. Tirol ist auf 376 angestiegen, gefolgt von Vorarlberg mit 346, Salzburg mit 311 und Oberösterreich mit 303. Der Tiroler Bezirk Schwaz liegt bei einer unfassbaren Inzidenz von 715 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Wien liegt bei 259 Inzidenz

Selbst mit den sehr großzügigen Risikoadjustierungen der Corona-Kommission liegen sie also alle klar über dem 100er-Wert, den dieses Gremium sich für eine Rotstufung gelegt hatte. Dasselbe gilt freilich für Wien, das eine Inzidenz von 259, Burgenland mit 227, Niederösterreich und Steiermark mit jeweils 199 und vielen Fällen in Pflegeheimen.

Nur Kärnten noch nicht rot

Das einzige Bundesland, das mit Risikoadjustierung noch nicht rot interpretiert werden könnte, wäre Kärnten, das allerdings auch bereits auf 123 kommt.

Noch vor wenigen Wochen wurde in einem politischen Kuhhandel ganz Österreich auf Grün gestellt, dann sabotierten einzelne Bundesländer Rot-Schaltungen ihrer betroffenen Bezirke.

Zudem hatten selbst Rotschaltungen in den vergangenen Wochen keinerlei Maßnahmen ausgelöst. Konsequenz: Mittlerweile gibt es Bezirke mit weit über 500er-Inzidenzen, nur noch vier Bezirke, die unter 100 liegen, und kein einziger mehr unter 50.

Die Kriterien der Ampel – die genauso auch in Israel und Frankreich wochenlang verwendet und zu Lockdowns geführt hatten – hatten auch in Österreich offensichtlich „zu einer völligen Fehleinschätzung der Situation geführt“, wie es nun selbst ein Ländervertreter nennt.

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