Spazierengehen

Coronavirus

Frau soll 600 € wegen Spazierengehens bekommen haben

Eine Frau musste angeblich eine 600-Euro-Strafe in Heilbrunn zahlen. Was ist dran an der Geschichte? Haben sich Kriminelle als Polizisten verkleidet?

Steiermark. Die Geschichte um eine Coronavirus-Maßnahmen-Strafe schlägt derzeit im Bezirk Weiz hohe Wellen. Wie "Kleine Zeitung" berichtet, soll eine Frau mit dem Auto nach Heilbronn zu einer Freundin gefahren sein um mit ihr einen Spaziergang zu machen. Sie gingen mit einem Meter Abstand voneinander nebeneinander. Eine Polizeistreife soll die beiden Frauen gestoppt und 600 Euro kassiert haben. Als Grund sollen die Beamten gesagt haben, dass die beiden Freundinnen nicht an einen anderen Ort fahren hätten dürfen, um dort spazieren zu gehen.

Große Unsicherheit. Ob die Geschichte wahr oder falsch ist, lässt sich nicht mehr ausmachen. Sie zeigt jedoch wie groß inzwischen die Unsicherheit um die Bestimmungen sind. Viele fragen sich nach wie vor: Was darf ich im Freien machen und was nicht. Oder war die Strafe gegen die beiden Freundinnen im Bezirk Weiz ein Werk von Kriminellen?

Der Kommandant der Weizer Bezirkspolizei, Johann Fellner, schließt aus, dass die Frau von einer Streife aus dem Bezirk Weiz gestraft worden sei. "Erstens wüsste ich das und zweitens dürfen unsere Streifen einen so hohen Betrag gar nicht einkassieren", sagt er gegenüber "Kleine Zeitung". Allerdings gibt er zu bedenken, dass nicht nur Streifen aus dem Bezirk auf der Alm unterwegs sind. Und: "Natürlich könnte es auch sein, dass sich Kriminelle betätigt haben", so Fellner weiter.

Das Spazierengehen abseits des Wohnortes ist nicht strafbar, wenn man das eigene Auto nutzt, um dorthin zu kommen. Begegnet man anderen, ist diesen auszuweichen und der Mindestabstand von einem Meter einzuhalten, so der Bezirkshauptmann Rüdiger Taus.