Covid in Spitälern: 'Höhepunkt erst nächste Woche'

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Covid in Spitälern: 'Höhepunkt erst nächste Woche'

Mit einer spürbaren Entspannung rechnen Intensiv-Mediziner erst nächste Woche. 

Wien. Zwar gehen die Neuinfektionen zurück. Eine echte Entwarnung werde es erst geben, sagt Walter Hasibeder, Präsident der Intensivmediziner, „wenn nur mehr zehn Prozent der Intensivplätze mit Covid-Kranken belegt sind. Derzeit liegen wir bei 30 Prozent“ (s. Interview).


Sehr kritisch bleibt die Lage in Salzburg, OÖ, Kärnten: „Von OÖ weiß ich, dass sie Triageteams gebildet haben, die eine Reihung machen, welche Patienten onkologischen Operationen zugeführt werden, und ein zweites Triageteam, das in der Notaufnahme entscheidet, wer ­einen Intensivplatz bekommt.“ Unfall- oder Schlaganfall-Patienten können noch behandelt werden. Auch in Wien gibt es derzeit noch keinen merkbaren Rückgang: „Die Lage ist aber stabil“, sagt Infektiologe Christoph Wenisch zu ÖSTERREICH. In NÖ scheint der Höhepunkt bei Intensivpatienten erreicht, so LHStv. Stephan Pernkopf.

3.029 in Spitälern, 664 auf Intensivstationen

Ungeimpft. I9.207 Personen mussten wegen Covid seit Ausbruch der Pandemie landesweit auf einer Intensivstation betreut werden, derzeit sind es 664. Rund 85 Prozent der Covid-Intensivpatienten sind nicht geimpft. 15 Prozent sind geimpft, meistens haben sie schwere Vorerkrankungen.

Mediziner Walter Hasibeder im Interview

ÖSTERREICH: Wie sieht es in den Spitälern aus?
Walter Hasibeder: „Die Situation bleibt weiter extrem angespannt. In Klagenfurt und OÖ müssen sich die Mediziner bereits überlegen, wem sie überhaupt einen Intensivplatz geben können. Das sind Triage-Überlegungen. Auf den Normalstationen gehen die Zahlen inzwischen ganz langsam zurück.
ÖSTERREICH: Wann wird der absolute Höhepunkt der vierten Welle erreicht sein.
Hasibeder: Ich rechne damit, dass der Höhepunkt Mitte nächster Woche erreicht ist.
ÖSTERREICH: Gibt es nun eine Doppelbelastung Corona und Grippe?
Hasibeder: Nein, die Grippewelle bemerken wir derzeit nicht massiv, das liegt wohl an der FFP2-Maske. Was wir aber sehen, ist eine Zunahme der RS-Virus-Infektionen bei Kindern.
ÖSTERREICH: Was ist das?
Hasibeder: Das sind Atemwegserkrankungen, die besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich sind.
ÖSTERREICH: Wie sieht das Verhältnis Geimpfte und Ungeimpfte aus?
Hasibeder: 85 % der Intensiv-Patienten sind ungeimpft. 15  % Impf-Durchbrüche gibt es. (wek) 



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