Forscher: So stark wird Österreichs Wirtschaft betroffen sein

Coronavirus-Krise

Forscher: So stark wird Österreichs Wirtschaft betroffen sein

'Dass Italien zuerst vom Virus getroffen wurde, ist Glück für Österreich'

Die Coronavirus-Seuche hat die ganze Welt im Griff. International wurden mehr oder wenige strenge Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen verordnet. Das hat natürlich starke Auswirkungen auf die Wirtschaft - die Folgen sind aber noch kaum einschätzbar, weil es vor allem noch nichts Vergleichbares gab, wie auch der Präsident des Institutes für Weltwirtschaft in Kiel, Gabriel Felbermayr, in der Spezial-ZiB am Freitagabend sagte.
 
Felbermayr sprach daher auch von keiner Wirtschaftskrise, sondern von einer Rezession. Denn das behördliche Transaktionsverbot und die Geschäftsschließungen wurden zur Eindämmung des Virus vom Staat verordnet. Die Krise erwuchs also nicht aus der Wirtschaft selbst, wie etwa das Platzen einer Immobilienblase oder die Überschuldung von Firmen oder des Staates. 

"Österreich wird stark betroffen sein"

Österreich wird von den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise besonders stark betroffen sein, prognostiziert Felbermayr. Der Grund sei der hohe Anteil (55%) des BIPs am Export. "In 35 % der Güterexporte stecken auch noch Vorleistungen. Wenn die Vorleistungen aus dem Ausland nicht fließen, stehen die Fließbänder still", sagt Felbermayr. 
 
"Weil Länder in der Größe von Österreich offen und eingebettet in die größeren Wertschöpfungsketten sind", treffe sie die Krise schwerer als andere. Außerdem ist Italien der zweit wichtigste Handelspartner Österreichs und das südliche Nachbarland, dass vorher schon hoch verschuldet war, wurde jetzt auch noch besonders schlimm vom Coronavirus getroffen. "Da muss man sich Sorgen machen", sagt Felbermayr in Hinsicht auf Österreichs Wirtschaft. "Österreich leidet, wenn Italien nicht in Fahrt kommt." 
 
Dass das Virus zuerst Italien getroffen hat, sei ein Glück für Österreich gewesen, weil man dadurch aus den Fehlern zum Beispiel Norditaliens lernen konnte. Felbermayr sieht es als eine Verpflichtung und als Akt der Solidarität an, den südlichen Nachbarn nun auch finanziell zu helfen.   
 
Dadurch, dass Österreichs Unternehmen nun Kredite aufnehmen müssen und damit mit einer Schuldenlast in den nächsten Aufschwung gehen, sieht der Forscher ebenfalls als Herausforderung für Österreichs Wirtschaft. Hier müsste den Unternehmen entweder mit Fonds oder Unternehmensbeteiligungen geholfen werden.


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