Anschober ist abgetaucht und hebt Handy

Gesundheitsministerium hätte "Hunderttausende Impfdosen" mehr bestellen können

Gesundheitsministerium hätte "Hunderttausende Impfdosen" mehr bestellen können
© APA / Georg Hochmuth
Insider packt aus: Das Gesundheitsministerium hätte ''Hunderttausende Impfdosen'' mehr bestellen können.
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Nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz gestern in einer Pressekonferenz die Ungleichbehandlung bei der Impfstoffvergabe in der EU aufgedeckt hatte, gehen in ganz Europa die Wogen hoch. Kurz hat in einem gemeinsamen Brief mit vier Amtskollegen einen EU-Gipfel zum Thema Impfstoff-Verteilung gefordert. Damit alle EU-Staaten ihre Impfziele für das zweite Quartal erreichen, solle EU-Ratspräsident Charles Michel "so bald wie möglich" einen Gipfel abhalten, heißt es in dem am Samstag veröffentlichen Schreiben der Premiers von Österreich, Tschechien, Slowenien, Bulgarien und Lettland an die EU-Spitze.

Hinter den Kulissen gehen freilich auch in Österreich die Wogen hoch: Das Gesundheitsministerium widerspricht der Kritik Kurz an der Verteilung von Impfstoffen unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Verhandlungen über die Verteilung seien "ausgewogen und transparent" gelaufen, sagte die Generalsekretärin des Ministeriums, Ines Stilling, laut dem ORF-Radio Ö1. Alle Mitgliedstaaten, also auch Österreich, hätten die Möglichkeit gehabt, freie Vakzinkontingente zu kaufen. Es gebe keine Basarmethoden.

Gesundheitsministerium hätte "Hunderttausende Impfdosen" mehr bestellen können

Laut oe24-Informationen hätte das Gesundheitsministerium im Steering Board der EU „Hunderttausende Impfdosen“ (!) mehr für Österreich bestellen können – und hat ebendas nicht gemacht. Verantwortlich dafür sind Impf-Sonderbeauftragter Clemens Martin Auer, der als stellvertretender Vorsitzender in dieser Steuerungsgruppe sitzt, und die Generalsekretärin Ines Stilling, die die Verträge laut oe24-Informationen unterschrieben habe. Beide Beamten wackeln jetzt gehörig. Ein Regierungsinsider: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die beiden nach diesem Skandal nicht zurücktreten müssen!“

Noch brisanter: Gesundheitsminister Rudi Anschober ist mitten in dieser Impf-Krise abgetaucht. Offiziell sei er noch immer in Spitalsbehandlung, heißt es aus seinem Ministerium. Nicht einmal beim Bundeskanzler hebt Anschober derzeit sein Handy ab. „Wenn der Minister in seinem Ministerium nicht sofort hart durchgreift, dann wackelt er selber“, so der Regierungsinsider zu oe24.

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