Österreichs Impfplan geplatzt: Lieferprobleme nun auch bei AstraZeneca

So kam es zum Impfstoff-Chaos

Impfen: Das Protokoll des Scheiterns

Warum läuft die EU-Impfkampagne so schlecht? Das Protokoll.

Brüssel. Heute soll die EMA – Europäische Arzneimittel-Agentur – über eine Zulassung des Vektorimpfstoffes AstraZeneca entscheiden. Nach der FDA – der US-Arzneimittelbehörde – meldete auch jene der Deutschen Bedenken über eine Zulassung für über 65-Jährige an, da hier ausreichend Daten über die Wirksamkeit fehlen würden. Auch die WHO wartet erst entsprechende Studien ab. Und auch die EMA könnte heute nur grünes Licht für den Impfstoff für ein Zielpublikum unter 65 Jahren geben. Das wäre der nächste Rückschlag für die EU- und auch speziell die heimischen Impfpläne nach den Lieferkürzungen. Warum läuft die EU-Impfkampagne so schlecht? Das Protokoll

USA legten mehr Geld hin, waren weit schneller

  • 29. April: 8,3 Milliarden Euro aus USA. Die „Operation Warp Speed“ in den USA startet mit 8,3 Milliarden Euro. Der damalige US-Präsident Donald Trump will so viel Impfstoff wie möglich kaufen. Geld spielt keine Rolle.
  • Mai: Jetzt zieht UK nach. Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller sagt, dass er enorme Fortschritte mit seinem Impfstoff mache. Der britische Premierminister Boris Johnson sichert sich 100 Millionen Dosen präventiv. Die US-Regierung investiert kurz darauf eine Milliarde Euro in den Konzern und bestellt 300 Millionen Dosen von AstraZeneca.
  • Juni: Vier EU-Staaten preschen vor. Deutschland, Frankreich, Italien und Niederlande bilden eine Impf-Allianz und schließen (fast) einen Vertrag in Höhe von 400 Millionen Impfdosen mit AstraZeneca ab. Andere EU-Staaten – darunter Österreich – wollen, dass die EU-Kommission für den gesamten EU-Raum einkauft. Die vier Staaten geben nach. Anstatt den Deal mit AstraZeneca abzuschließen, lässt sich die EU Zeit.
  • Juli: EU schlägt Angebot von Pfizer aus. US-Wissenschafter berichten von ersten Erfolgen der mRNA-Impfstoffe von Pfizer-Biontech und Moderna. Pfizer bietet der EU einen Deal für 500 Millionen Dosen an und verlangt sehr hohe Summen. Die EU – als Vizechef der Beschaffung ist der Österreicher Clemens Martin Auer an Bord – will den Preis senken und lässt sich bis November (!) mit dem Kauf Zeit. Die USA, Japan und Großbritannien schlagen stattdessen zu.
  • August: Astra mit Troubles, EU kauft jetzt. Im Sommer muss AstraZeneca erstmals eine Studienreihe stoppen. Jetzt schließt die EU den Vertrag sehr günstig mit dem Konzern ab. Erst im November kaufen sie auch Moderna. Pfizer und Moderna beliefern andere als Erste.
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