Brescia Quarantänestation Coronavirus Italien

Schlafen auf den Sitzen

Migranten in Udine unter Corona-Quarantäne in Bussen

Wegen überbelegten Flüchtlingseinrichtungen.

Udine. Wegen übervölkerten Flüchtlingseinrichtungen in Udine müssen rund 30 Migranten die Quarantäne an Bord von zwei Bussen verbringen, die von den Behörden der friaulischen Stadt zur Verfügung gestellt wurden. Die Migranten schlafen laut lokalen Medien seit über einer Woche auf den Sitzen der Busse vor einem ehemaligen psychiatrischen Krankenhaus. Chemische Toiletten wurden unweit der Fahrzeuge aufgestellt.

Keiner der Migranten wurde bisher positiv auf das Coronavirus getestet. "Es handelt sich um eine Notlösung, weil wir mit einem starken Migrantenansturm konfrontiert sind. Wir sind auf der Suche nach besseren Unterkünften, in denen die Migranten die Quarantäne verbringen können. Wir suchen nach Schulen oder Hotels, die nicht genutzt werden", erklärte der Polizeichef von Udine, Angelo Ciuni, laut lokalen Medien.

Täglich erreichen Udine 50 Migranten über die Balkan-Route. Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese zeigte sich über die Migrationsströme über die slowenische Grenze in Richtung Italien besorgt und kündigte eine Aufstockung der Zahl der Soldaten an der Grenze an.

Umgang mit den Migrationsströmen schwieriger geworden

"Es ist offenkundig, dass wegen der Coronavirus-Epidemie der Umgang mit den Migrationsströmen schwieriger geworden ist. Es ist nicht einfach, angemessene Räumlichkeiten zu finden, in denen die Migranten die Quarantäne verbringen können", berichtete Lamorgese im Interview mit der Tageszeitung "Il Messaggero Veneto" (Dienstagsausgabe). Die Ministerin traf am Dienstag in Triest ein, um mit den Behörden die Migrationsproblematik zu besprechen.

Die friaulischen Regionalbehörden hatten kürzlich in einem Brief an Premier Giuseppe Conte vor der Gefahr der Verbreitung von Covid-19 in Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Migranten gewarnt. Angesichts der vielen Opfer, die die Region Friaul zur Eingrenzung der Coronavirus-Pandemie erbracht habe, dürften keine weiteren Infektionsherde wegen Migration aus dem Ausland entstehen, hieß es im Schreiben des friaulischen Präsidenten Massimiliano Fedriga an den Regierungschef.



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