In diesen Ländern werden die wenigsten Neuinfektionen gemeldet.
Die Corona-Zahlen in Österreich bleiben weiterhin hoch. Innerhalb eines Tages wurden 3.101 Neuinfektionen registriert, die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner betrug am Mittwoch 222,2. Mittlerweile sind in Österreich 107,2 Menschen pro 100.000 Einwohner im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 gestorben.
Die Zahl der Patienten, die aufgrund einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinische Behandlung benötigen, steigt weiter an. Mittlerweile liegen in Österreich 581 Menschen wegen einer Corona-Infektion auf der Intensivstation, das sind um drei mehr als noch tags zuvor. Den bisherigen Höchststand wurde am 25. November 2020 erreicht, mit 709 Intensiv-Patienten befand sich Österreich damals bereits im zweiten harten Lockdown.
Hier gibt es am wenigsten Fälle
Im internationalen Vergleich liegt Österreich damit in Europa im Mittelfeld. Es gibt auch Länder, die die Sieben-Tages-Inzidenz bereits erfolgreich unter 100 drücken konnten. Absoluter Musterschüler ist dabei weiterhin der Inselstaat Island, wo nur mehr vereinzelt Corona-Fälle auftreten. Aber auch Portugal und Großbritannien - vor Monaten noch absolute Hotpspots - melden nur noch wenige Neuinfektionen. Während Portugal die Zahlen mit ultraharten Maßnahmen sinken konnte, setzt sich in England bereits ein Impf-Effekt ein.
| Island | 16 |
| Portugal | 32 |
| Großbritannien | 34 |
| Russland | 41 |
| Finnland | 58 |
| Irland | 71 |
| Albanien | 77 |
| Spanien | 90 |
| Norwegen | 92 |
| Österreich | 222 |
So gelang Portugal die Kehrtwende
Portugals Präsident Marcelo Rebelo de Sousa zeigte sich am Mittwoch optimistisch, dass das Parlament in der kommenden Woche den seit November 2020 geltenden Corona-Alarmzustand ein allerletztes Mal um zwei Wochen verlängert. Im Mai, so Rebelo de Sousa, dürfte dann der Moment für weitere Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen sein. Dank eines ultraharten Locktons scheint dem Neun-Millionen-Einwohnerland im äußersten Südwesten Europas die Kehrtwende zu gelingen.
So positive Perspektiven hätten sich vor drei Monaten selbst die größten Optimisten nicht erträumt. Mitte Jänner gehörte Portugal noch zu einem der weltweiten Corona-Hotspots schlechthin. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von fast 900 Fällen pro 100.000 Einwohner verzeichnete das Land die höchste Ansteckungsrate der Welt.
Nur drei Monate später sieht die Covid-Notlage in Portugal komplett anders aus. Mit einem Sieben-Tage Inzidenzwert unter 30 Fällen pro 100.000 Einwohner steht Portugal nach Island am besten von allen europäischen Staaten dar. Wie ist dem kleinen Urlaubsland am Atlantik - von der Fläche und der Bevölkerungszahl mit Österreich vergleichbar - so schnell die Corona-Kehrtwende gelungen?
Harter Lockdown
Die Antwort ist einfach: Mit einem knallharten und vor allem landesweiten Lockdown. So gut wie alles wurde dicht gemacht. Eine 24-Stunden-Ausgangsperre für alle Bürger, die nur aus zwingendem Grund, etwa zum Einkaufen oder Arbeiten die Wohnung verlassen durften. Die Regierung verpflichtete alle Unternehmen gesetzlich, Homeoffice anzubieten, soweit dies möglich war. Schulen, Universitäten, die Gastronomie und Handel - außer Supermärkten - mussten schließen.
Spaziergänge und Sport an der frischen Luft waren nur für kurze Zeit und im Umfeld der eigenen Wohnung erlaubt. Generell durften die Portugiesen, bis auf ganz wenige regionale Unterschiede, den eigenen Landkreis an Wochenenden zwischen Freitagabend und Montagfrüh nicht verlassen. Kontakte waren auf den eigenen Hausstand beschränkt. Die Polizei überwachte die Einhaltung der Lockdownregeln streng. Um die rasant steigende Pandemie zu stoppen, riegelte sich das Land auch nach außen zwei Wochen lang komplett ab. Die Ein- und Ausreisen ohne triftigen Grund wurden verboten. Selbst die Landgrenze zu Spanien wird erst langsam wieder geöffnet.