30.000 Neuinfektionen erwartet

Test-Crash: Corona-Zahlen können nicht ausgewiesen werden

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Die unbereinigten Daten zeigen über 30.000 Neuinfektionen – die genauen Zahlen sind jedoch noch nicht bekannt.

Die Corona-Variante Omikron befeuert weiter das Infektionsgeschehen in Österreich. Von Dienstag auf Mittwoch wurde ein neuer Höchststand von rund 30.000 Neuinfektionen vermeldet. Bisheriges Allzeit-Hoch war vor einer Woche mit 17.006 Fällen, wo die Omikron-Welle an Fahrt aufnahm. Die genauen Zahlen aus dem Gesundheits- und Innenministerium ließen sich aufgrund von Datenbereinigungsarbeiten am Mittwoch noch auf sich warten.

Der derzeitige massive Anstieg zeichnete sich bereits bei den am Vormittag veröffentlichten Zahlen im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) ab, wo von Dienstag auf Mittwoch zunächst 31.070 Neuinfektionen eingemeldet wurden. Allerdings handelte es sich dabei um Rohdaten, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf APA-Anfrage betonte. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) berichtete dann im Ministerrat von rund 30.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

80 Prozent mehr als Dienstag

Grundsätzlich werden am Mittwoch immer mehr Neuinfektionen gemeldet als an anderen Wochentagen. Dies liegt u.a. daran, dass an diesem Tag die Ergebnisse der meisten an den Schulen durchgeführten PCR-Tests in das Meldesystem einfließen. Die rund 30.000 Neuinfektionen sind um fast 80 Prozent mehr als am Dienstag und wären auch für einen Mittwoch ein einsamer Rekord: Vorige Woche wies das EMS 18.427 Neuinfektionen aus, am Mittwoch davor 10.725.

 "Das ist eine Hochschätzung", sagte Nehammer dazu. Man gehe von einer Zahl zwischen 27.000 und 28.000 Infektionen aus. "Aber wir haben auf jeden Fall eine deutliche Erhöhung im Vergleichszeitraum." Derzeit würden noch die Zahlen aus zwei Bundesländern fehlen, ergänzte der Pressesprecher des Kanzlers. "Die Pandemie ist nicht vorbei", betonte Nehammer. Die Höhe der derzeitigen Neuansteckungen sei eine "zuerst erschreckend hohe Zahl". Auf der anderen Seite, weil auch die Omikron-Variante des Virus neu zu bewerten ist, würden die Berechnungen "genau im Ziel" liegen, auch hinsichtlich der Krankenhausbelegungen.

Auch Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte, dass die Belegzahlen in den Spitälern und den Intensivstationen in "keiner Weise" - auch nicht mit Verzögerung - "mit diesem steilen Anstieg (der Infektionen, Anm.) verbunden" sein werden. Auch müsse man die hohe Anzahl der Tests berücksichtigen, sagte er. Daten zu der Anzahl der Testungen gab es noch nicht.

Das Covid-Prognosekonsortium aber lag erneut richtig mit seinen vorausgesagten Zahlen für diese Woche. Als Mittelwert wurden von den Experten für heute 24.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden angenommen, als Obergrenze waren sogar 32.000 neue Fälle avisiert. Ab Mitte nächster Woche drohen über 40.000 Neuansteckungen pro Tag, heißt es in der jüngsten Veröffentlichung.

Das Covid-Prognosekonsortium geht auch davon aus, dass die Spitalsbelastung wieder zunehmen werde. Experten hatten bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass Omikron aber eher die Normalstationen als Intensivstationen belasten würde. Wie die Spitalsbelegung derzeit aussieht, ist noch unklar, zuletzt landeten Omikron-Patientinnen und -Patienten aber nicht mehr so häufig auf den Intensivstationen.

Video zum Thema: Laut EMS: 31.070 Neuinfektionen innerhalb 24h

Hasibeder: "Völlig entspannt"

"Derzeit ist es, was Covid-19 angeht, völlig entspannt", sagte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) Walter Hasibeder im Ö1-Mittagsjournal. Valide Daten gebe es allerdings zu Omikron und die Spitalsauslastung jedoch noch nicht. Grund könnte auch sein, dass viele ohne ihr Wissen bereits infiziert waren und deshalb eine gewisse Grundimmunisierung bestehe. Bis zum Dienstag haben laut den Daten des E-Impfpasses 75 Prozent bzw. 6.702.600 Personen zumindest eine Impfung erhalten. 6.415.025 Menschen und somit 71,8 Prozent der Österreicher verfügen über einen gültigen Impfschutz.

"Derzeit lautet eine klare Empfehlung des Nationalen Impfgremiums, dass es frühesten sechs Monate nach dem Booster-Shot eine vierte Impfung notwendig ist", sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Dienstagabend in der ORF-Sendung "Report". "Das wird derzeit generell nicht breit empfohlen, den vierten Stich zu holen. Das ist eine Sache des Lernens; wir erforschen das Virus, wir erforschen die Impfstoffe, wir schauen, wie lange hält die Immunität nach dem Booster-Shot", meinte der Minister. Zudem gebe es dazu international noch relativ wenig Daten. "Das heißt, wir haben im Gesetz auch vorgeschrieben, dass das Nationale Impfgremium diese Impfintervalle nach Evidenz festlegt und die gelten dann."

Was die Impfung betrifft, geht auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) davon aus, dass aufgrund weiterer Mutationen auch weitere Impfungen nötig sein könnten. "Das wird vermutlich so werden wie bei der Grippe", stellte der Landeshauptmann am Rande einer Pressekonferenz am Mittwoch fest.
 

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