Tiroler Hotelbesitzerin mit Wut-Video: ''Sperrt's uns doch ein, dann sperren wir auf!''

Wird Bundesland abgeriegelt?

Tiroler Hotelbesitzerin mit Wut-Video: ''Sperrt's uns doch ein, dann sperren wir auf!''

Rund um die Diskussion einer Abriegelung von Tirol aufgrund der Corona-Mutationen mischt nun eine Wut-Rede einer Tiroler Hotelbesitzerin die Sozialen Netzwerke auf.

Tirol kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr raus. Das Mutations-Chaos hat das Bundesland fest im Griff. Besonders der Bezirk Schwaz ist schwer betroffen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, stand sogar eine Abriegelung Tirols im Raum. Jetzt sorgt ein Wut-Video einer Tiroler Hotelbesitzerin aus Innsbruck für Wirbel. Sonja Sophie Ultsch, die zwei Hotels in Innsbruck betreibt, lässt auf Facebook ihrem Ärger Luft. "Mir reicht's, sollen Sie uns doch einsperren. Aber dann machen wir alles auf", sagt sie.

"Wir lassen uns das nicht gefallen"

"Wir (Tiroler, Anm. d. Red.) haben schon die linke Backe für Ischgl hingehalten, jetzt halten wir auch noch die rechte Backe hin", so Ultsch. Daraufhin redet sie sich weiter in Rage. "Mein Immunsystem leidet am meisten, wenn ich keine Party habe. Ich möchte tanzen, mich bewegen, lachen. Ich möchte Menschen sehen", sagt sie. Rund um die Abriegelungs-Diskussion hat sie ganz eigene Vorstellungen. "Wir lassen uns das nicht gefallen. Wer mit uns auf die Arche Noah Tirol kommen will, soll kommen. Sperrt's uns doch ein, dann sperren wir alles auf", so Ultsch. Ihre Facebook-Freunde stimmen ihr überwiegend zu. Für ihre Wut-Rede wird sie in den Kommentaren sogar gefeiert.

 

Liebe Südtiroler, allen voran Horst Nössing...einfach Danke für eure Solidarität uns Nordtirolern gegenüber. Schön wenn...

Gepostet von Sonja Sophie Ultsch am Donnerstag, 4. Februar 2021

 

Tirol verschärft mit Tests

Unterdessen versucht man in Tirol mit weiteren verschärften Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Südafrika-Variante des Coronavirus anzukämpfen. Diese betreffen vor allem den Bezirk Schwaz, wo die flächendeckenden Antigentests bzw. "Massentests" bereits angelaufen sind, wie das Land am Freitag mitteilte. Indes lagen im Bundesland nach wie vor 75 Fälle der südafrikanischen Mutation vor. Die Zahl der aktiven "Südafrika-Fälle" ist unterdessen von fünf auf eine Person gesunken.

Hinsichtlich der britischen Mutation wurden bisher 21 Fälle bestätigt. Auch hier gab es nur mehr eine aktiv positive Person. Das "erweiterte Testangebot" in Schwaz steht für die kommenden zehn Tage zur Verfügung. Zudem fährt Tirol ab sofort - wie ebenfalls bereits angekündigt - ein "vertiefendes und ganzheitliches Contact Tracing", einen verstärkten Schutz der Alters- und Pflegeheime sowie eine landesweite Erweiterung der Testkapazitäten auf 50.000 Testungen pro Tag gegen die Südafrika-Mutante auf.

Überblick über Infektionsgeschehen

"Das Land Tirol kann bereits jetzt auf eine sehr gute Datenlage zurückgreifen. Wir suchen aktiv nach Mutationen und haben sie in der Vergangenheit auch bereits gefunden. Jetzt geht es darum, dass wir Vorsorge treffen und mögliche Mutationen schnellstmöglich eindämmen", gab der Leiter des Corona-Einsatzstabes, Elmar Rizzoli, die Marschrichtung vor. Die Mutante sei bisher vor allem im Bezirk Schwaz und Umgebung aufgetreten - deshalb gehe es nun darum, sich einen detaillierten Überblick über das Infektionsgeschehen zu verschaffen. Je mehr Menschen sich an den Tests beteiligen, umso genauer könne man die aktuelle Situation beurteilen.

Voranalyse bei jedem positiven PCR-Test

Jeder positive Antigen-Test werde mittels PCR-Test überprüft. Positive PCR-Ergebnisse würden umgehend einer Voranalyse unterzogen. "Einzigartig in Tirol ist zudem auch, dass jeder positive PCR-Test bereits einer Voranalyse auf Auffälligkeiten unterzogen wird: Ein in Tirol tätiges Labor, mit welchem das Land Tirol seit längerem zusammenarbeitet, kann bereits in einer solchen Analyse einen Verdacht auf die britische und südafrikanische Mutation feststellen", so Rizzoli. Bereits bei einem Verdacht werde die Gesundheitsbehörde informiert, damit weitere Abklärungen stattfinden können. "Auf Basis des intensiven Contact Tracings werden Kontaktpersonen eines Mutations-Verdachtsfalles priorisiert behandelt. Eine endgültige Mutationsbestätigung erfolgt weiterhin vonseiten der Stellen in Wien wie AGES oder Akademie der Wissenschaft", informierte der Einsatzstab-Leiter. Die verdächtigen Proben würden vorrangig behandelt und "beschleunigt sequenziert". "Mit weiteren Ergebnissen ist in den nächsten Tagen zu rechnen", kündigte Rizzoli an.

K1-Personen werden in Schwaz abgesondert und mehrfach getestet

Auch bei dem verstärkten Contact-Tracing werde bereits bei einem Verdacht sofort die Gesundheitsbehörde informiert, die weitere Abklärungen vornimmt - noch bevor sich der Verdacht bestätige. Im Bezirk Schwaz werden beispielsweise K1-Personen, die abgesondert werden, nicht nur einmal, sondern mehrmals getestet. Zudem werden Kontaktpersonen der Kategorie 2 mit einem PCR-Test getestet. Auch in den Alters- und Pflegeheimen greifen intensivierte Maßnahmen. Dort sind die Angehörigen etwa angehalten, die Besuche auf ein Minimum zu reduzieren.

Und das Bundesland fährt die Testkapazitäten insgesamt massiv hoch. Corona-Antigentests werden bereits jetzt an 18 Teststandorten sowie bei über 550 teilnehmenden niedergelassenen Ärzten durchgeführt. Die Kapazitäten würden laufend analysiert und angepasst und nun auf 50.000 Testungen pro Tag erweitert, bekräftigte das Land seine Pläne. Die Testergebnisse würden hier innerhalb kurzer Zeit vorliegen.

 



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