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Die große Facebook-Abrechnung

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RogerMcNamee reitet in neuem Buch harte Attacke gegen einstigen Schützling Zuckerberg.

Roger McNamee ist eine Legende im Silicon Valley. Der Tech-Experte war einer der Ersten, die an Mark Zuckerbergs Facebook-Idee glaubten: Er investierte früh in die junge Firma, ermöglichte mit seinem Geld den Aufstieg von Facebook, begleitete Zuckerberg als Mentor. McNamee war es auch, der 2008 Vize-Chefin Sheryl Sandberg ins Unternehmen holte.

Doch der heute 62-Jährige ist mittlerweile einer der schärfsten Kritiker von Facebook. Vor wenigen Tagen kam sein mit Spannung erwartetes neues Buch raus – mit dem bezeichnenden Titel Zucked: Waking up to the Facebook Catastrophe (= Aufgewacht in der Facebook-Katastrophe).

Das Buch ist auf 320 Seiten eine beinharte Abrechnung mit Facebook, mit McNamees einstigen Schützlingen Zuckerberg und Sandberg. ­„Facebook gefährdet die Demokratie“, wettert der Autor. Das Netzwerk verbreite Fake-News, manipuliere die Nutzer, sei eine gigantische Überwachungsmaschine: „Facebooks Möglichkeiten der Überwachung können mit jedem Geheimdienst konkurrieren.“

"Facebook per Gesetz als Droge anerkennen"

Ursprünglich habe Zuckerberg „Menschen weltweit verbinden“ wollen. Heute gehe es dem Facebook-Chef nur darum, Daten der Nutzer zu sammeln und daraus Profit zu schlagen.

Alles werde darauf ausgerichtet, dass die Nutzer möglichst oft und lange auf Facebook verweilen, um sie genau analysieren zu können. „Facebook hat sich zu einem Monster entwickelt“, ätzt McNamee. „Es ist die neue Massendroge unserer einstürzenden Demokratie.“ Und weiter: „Face­book muss per Gesetz als Droge anerkannt werden, um es juristisch bekämpfen zu können.“

Rekordstrafe

McNamees Buch kommt mitten in Verhandlungen in den USA über eine von Verbraucherschützern geforderte Milliardenstrafe für Facebook wegen der Weitergabe von 87 Mio. Nutzerdaten an die frühere britische Firma Cambridge Analytica im Trump-Wahlkampf. (sea)

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