Google ist dank "+" und Android top

Erfolgslauf

Google ist dank "+" und Android top

Google+ mit mehr als 10 Mio. Nutzern; Handy-Software auf der Überholspur.

Google lässt Kritiker verstummen: Der US-Internetkonzern steigerte im zweiten Quartal seinen Gewinn überraschend deutlich um 36 Prozent. Die starken Zahlen führten zu einem nachbörslichen Kursfeuerwerk. Die Aktie stieg um mehr als zwölf Prozent am Donnerstagabend. Vor allem die mit Spannung erwarteten ersten Angaben zum Erfolg des noch jungen sozialen Netzwerkes Google+ sorgten für Begeisterung. Mehr als zehn Millionen Menschen haben sich bei dem jüngsten und bisher vielversprechendsten Konkurrenten von Facebook, das mehr als 750 Mio. Nutzer hat, angemeldet. Analysten waren froh, wieder gute Nachrichten vom weltgrößten Suchmaschinenhersteller kommentieren zu dürfen. Zuletzt sorgten sie sich wegen des ausufernden Expansionskurses des Konzerns, nun lobten sie wieder das Wachstumspotenzial von Google.

Neuer Chef
Auch der neue Google-Chef Larry Page stieß am Firmensitz im kalifornischen Mountain View in das selbe Horn. Er versicherte: "Unsere neu hinzugekommenen Produkte können für Google auf lange Sicht riesige neue Geschäfte hervorbringen, genau wie das Suchmaschinen-Geschäft. Und wir haben massenhaft Erfahrung darin, Produkte über eine gewisse Zeit in Geld umzuwandeln." Allein mit dieser Aussage dürfte Google-Mitgründer Page, der das Unternehmen mit mehr als 28.000 Mitarbeitern seit April führt, Kritiker beruhigen.

Beeindruckendes Ergebnis
Der Umsatz stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent auf 6,92 Milliarden Dollar (4,85 Mrd. Euro). Der Gewinn legte ebenfalls um 36 Prozent auf 2,51 Milliarden Dollar (1,76 Mrd. Euro) zu. Beide Ergebnisse fielen weit über den Erwartungen der Analysten aus.

Facebook-Gegner
Google hatte nach dem Geschmack von vielen Analysten jüngst zu viel Geld für seine Wachstumsstrategie ausgegeben. Mit großen Anstrengungen sucht der Konzern außerhalb des bisher noch dominanten Suchmaschinenmarktes nach neuen lukrativen Betätigungsfeldern. Neuestes Projekt ist Google+ . Lange hatte das kalifornische Unternehmen den Boom bei den sozialen Netzwerken verschlafen. Nun greift Google den Marktführer Facebook mit einem Paukenschlag an. Die mehr als zehn Millionen Mitglieder in weniger als drei Wochen gelten als aussichtsreich.

"Ich bin total überwältigt davon, wie gut Google+ ankommt", sagte Page. Noch läuft allerdings nur die Testphase."Google sollte in diesem Quartal wieder als Wachstumsunternehmen wahrgenommen werden", meinte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus.

Android
Auch das Geschäft mit der Handy- und Tabletbetriebssoftware Android des Apple-Rivalen machte sich gut. Mehr als 135 Millionen Geräte - beispielsweise von Motorola, LG, Sony Ericsson, HTC und Samsung - laufen auf Android . Den Browser Chrome nutzen laut Page mehr als 160 Millionen Menschen. Für Google scheint sich auch der Vorstoß in die sogenannte Display-Werbung - das sind grafische Anzeigen - sowie in die Werbung auf mobilen Geräten wie Smartphones gelohnt zu haben. Bisher hatte Google vor allem an schlichten Textanzeigen im Umfeld seiner Suchmaschine verdient.

Für neue Produkte braucht Google auch neue Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten wuchs weiter auf knapp 28.800 zur Jahresmitte. Ende März waren es noch 26.300 Mitarbeiter. Trotz der Investitionen hat Google weiterhin eine prall gefüllte Kasse. Der Stand zum 30. Juni: 39,1 Milliarden Dollar.

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