Das Galaxy Note 9 im großen Test

Neues Samsung-Flaggschiff

Das Galaxy Note 9 im großen Test

Wir konnten das neue Aushängeschild schon vor dem Marktstart testen. 

Am 9. August 2018 hat  Samsung  mit dem Galaxy Note 9 sein neues Flaggschiff vorgestellt. Seit der Präsentation kann der Newcomer in zwei Varianten vorbestellt werden. In den heimischen Handel kommt es am 24. August. Wir konnten uns von dem neuen Highend-Gerät bereits in den vergangenen 10 Tagen ein Bild machen. Wie es sich dabei geschlagen hat und ob es seinen hohen Preis wert ist, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

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Edel, stylisch und wasserfest

Schon beim Auspacken wird deutlich, dass Samsung einen großen Wert auf einen edlen Auftritt gelegt hat. Das Galaxy Note 9 wirkt trotz seiner stattlichen Größe von 6,4 Zoll wie aus einem Guss. Zu diesem Eindruck trägt auch das fast randlose Infinity-Display bei. Auch die Verarbeitung ist bis ins kleinste Detail penibel und an der Materialqualität gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Die Rückseite wird von einer dünnen Glasschicht umschlossen und per Alurahmen nahtlos mit der Vorderseite verbunden. Dank den abgerundeten Kanten und dem ziemlich flachen Gehäuse liegt das Gerät gut in der Hand. Nur mit kurzen Fingern gestaltet sich die Einhand-Bedienung etwas mühsam. Der Rahmen der rückseitigen Dual-Kamera steht etwas hervor, stört im Alltag aber nicht. Viel wichtiger ist, dass Samsung den Fingerabdrucksensor endlich unter (und nicht mehr neben) der Kamera platziert hat. Denn so wird die Linse deutlich seltener ungewollt verschmiert. Der Fingerabdrucksensor funktionierte im Test übrigens fehlerlos. Zudem ist er sehr schnell eingerichtet. Obwohl man es dem Galaxy Note 9 nicht ansieht, ist es nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Es ist also staubdicht und nicht nur gegen Spritzwasser, sondern auch gegen Untertauchen (ein Meter tiefe, bis zu 30 Minuten) geschützt. Obwohl mittlerweile ein alter Hut, bleibt das beidseitig abgerundete Display ein Hingucker und erfüllt auch einen Zweck. Nutzer können die rechte Seitenleiste beispielsweise mit VIP-Kontakten oder häufig genutzten Anwendungen verknüpfen. Außerdem bietet Samsung auch diverse Informationen (Wettervorhersage, Benachrichtigungen, etc.) an, die über den seitlichen Rand angesteuert werden können. Um die virtuelle Zusatzleiste zu aktivieren, muss man nur mit dem Finger von der abgerundeten Außenkante zur Bildschirmmitte streichen. Das funktioniert auch wenn das Gerät gesperrt ist. Apropos Sperrbildschirm: Hier gibt es ein Allways-on-Display, das den User über Neuigkeiten stets am Laufenden hält. Der microSD- und SIM-Karteneinschub findet sich oben. An der linken Seite sitzen der Lautstärkeregler und die Taste für den hauseigenen Assistenten Bixby. Letzterer kann mit den Konkurrenten nach wie vor nicht mithalten und versteht auch nur Englisch. Aber zum Glück steht ja ohnehin der Google Assistant zur Verfügung. Rechts ist der Ein- und Ausschalter platziert. Unten ist neben dem USB-C-Anschluss ein 3,5 mm Klinkenstecker integriert, was wir sehr begrüßen.

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Performance

In Sachen Performance gibt sich Samsung auch keine Blöße. Das Galaxy Note 9 spielt bei der Ausstattung in der absoluten Oberliga mit und setzt in manchen Bereichen sogar Maßstäbe. Das 6,4 Zoll große Super-AMOLED-Display bietet eine QHD+ Auflösung (2.960 x 1.440 Pixel) und trumpft mit einer beeindruckenden Darstellungsqualität auf. Der Bildschirm liefert einen hohen Kontrast und zeigt Farben äußerst realitätsgetreu an. Ein großer Vorteil ist auch die immense Helligkeit. So bleibt das Display auf maximaler Stufe selbst bei direkter Sonneneinstrahlung hervorragend ablesbar. Im Normalfall sollte man die Helligkeit jedoch auf Automatikmodus stellen, da ansonsten die Batterie relativ schnell leer wird. Aufgrund der hohen Pixeldichte (516ppi) werden selbst kleinste Buchstaben auch dann noch scharf angezeigt, wenn sie stark herangezoomt werden. Bei der Rechenleistung ist das Highend-Modell ebenfalls gut gerüstet. Als Prozessor kommt in Europa der hauseigene Achtkernprozessor Exynos 9810 zum Einsatz. Dieser sorgt im 128 GB-Modell in Kombination mit der schnellen Grafikeinheit und den 6 GB RAM (bei der 512 GB Variante sind es 8 GB RAM) für eine hervorragende Rechenleistung. In unserem Test konnte selbst die „kleine“ Antriebseinheit auf ganzer Linie überzeugen. Apps öffnen blitzschnell, Multitasking funktioniert auch mit mehreren Anwendungen problemlos, Internetseiten werden im Nu aufgebaut und auch anspruchsvolle Spiele laufen ohne jegliches Ruckeln. Zudem reagiert das Galaxy Note 9 ohne jegliche Verzögerung auf Befehlseingaben, was im Alltagsgebrauch ein großer Vorteil ist. Darüber hinaus ist es das erste Android-Smartphone, das für die hohen Anforderungen des Erfolgsgames  Fortnite gerüstet ist . Die restliche Ausstattung ist ebenfalls nur vom Feinsten. Der interne Speicher kann per microSD-Karte um bis zu 512 GB erweitert werden. Zu den weiteren Highlights zählen Features wie der derzeit schnellste LTE-Standard, WLAN ac, Bluetooth 5, NFC, Dual-SIM sowie A-GPS. Der USB-C-Stecker unterstützt auch das Schnellladen des Akkus.

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Kameras

Bei der Kameraausstattung setzt Samsung beim Note 9 – wie bereits beim Galaxy Note 8  – auf eine Dual-Linsen-Lösung. Diese wurde jedoch ordentlich aufgerüstet und kommt auch schon beim  Galaxy S9+  zum Einsatz. Konkret verfügt das neue Flaggschiff über eine Dual-Kamera (2 x 12 MP) mit optischen Bildstabilisator und blitzschnellem Laser-Autofokus, deren absolutes Highlight die variable Blende ist. Die Blendenöffnung lässt sich von F/1.5 auf F/2.4 umschalten (funktioniert automatisch). Das soll vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen einen enormen Vorteil bringen. Bisher setzen Smartphones auf eine feste Blende. Diese kann sich aber nur bedingt an niedrige oder helle Umgebungslichtbedingungen anpassen. Ähnlich wie die Pupille eines menschlichen Auges sich ausdehnt und zusammenzieht, lässt Samsungs „Dual Aperture“-Technik automatisch mehr Licht bei Dunkelheit und weniger Licht, wenn es zu hell ist, durch. Und wie sich im Test zeigte, handelt es sich dabei um keine leeren Versprechungen. Das Galaxy Note 9 liefert selbst in schlecht ausgeleuchteten Räumen eine Fotoqualität, die manch gute Digicam nicht bietet. Ein derart minimales Rauschen unter solchen Bedingungen lieferte bisher noch keines unserer Testgeräte. Dass die Qualität von Top-Smartphones bei guten Lichtverhältnissen mittlerweile wirklich hervorragend ist, wissen wir schon länger. Doch hier beeindruckt das Zurechtkommen mit schwierigen Lichtverhältnissen wirklich sehr. Das hängt auch mit der immer besser werdenden Künstlichen Intelligenz zusammen. Da müssen sich auch das iPhone X und das Huawei P20 Pro (Triple-Kamera) anstrengen, um mithalten zu können. Ein weiteres Highlight der neuen Hauptkamera stellt die neue Slow-Motion-Funktion mit 960 Bildern pro Sekunde dar. Diese liefert vor allem dann beeindruckende Clips, wenn man Motive filmt, die sich sehr schnell bewegen. Wie laufende Hunde, fahrende Motorräder oder Skifahrer. Vorne ist eine 8 MP Kamera mit F/1.7 Blende und eigenem Autofokus mit an Bord, die ebenfalls tolle Ergebnisse liefert. Selfie-Fetischisten kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Software, Sound und biometrische Entsperrfunktionen

Neben dem Fingerabdrucksensor sind auch noch ein Iris-Scanner und eine Gesichtserkennung mit an Bord. Die beiden biometrischen Systeme funktionieren ordentlich, selbst bei mäßigen Lichtverhältnissen. Dennoch dauert es deutlich länger, bis das Smartphone entsperrt ist als etwa beim iPhone X. Deshalb haben wir im Test nach kurzer Zeit fast nur mehr den hervorragend und flott funktionierenden Fingerabdrucksensor verwendet. Das hängt auch damit zusammen, dass bei der Entsperrung über die Augen ein rotes Licht aktiviert wird, das doch etwas blendet. Beim Marktstart ist Android 8.1 "Oreo" vorinstalliert, später wird es aber ein Update auf das brandneue Android 9 „Pie“ geben. Bei der Akustik ist das Galaxy Note 9 ebenfalls gut aufgestellt. Hier sorgen Stereo-Lautsprecher, die von AKG entwickelt wurden, für ein durchaus solides Klangerlebnis. Aufgrund der flachen Bauweise sind zwar physikalische Grenzen vorhanden, diese werden von Samsung aber so weit wie möglich ausgehebelt.

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Eingabestift (S Pen)

Wie alle Galaxy-Note-Geräte verfügt auch der jüngste Spross der Reihe über einen Eingabestift (S Pen). Dieser ist direkt im Gehäuse integriert und somit stets griffbereit. Samsung hat das Einschubfach so geschickt an der Unterseite des Gehäuses integriert, dass der Stylus optisch überhaupt nicht auffällt. Mit einem kleinen Druck kommt er automatisch zum Vorschein. Gleichzeitig öffnet sich am Display ein Schnellstartmenü, in dem man wählen kann, was man mit dem S Pen machen möchte (Notiz, Grafik, Handschrift, etc.). Im Test machten sich die Verbesserungen im Vergleich zum letzten Eingabestift positiv bemerkbar. So ist die Spitze noch etwas feiner und dank der hohen Druckstufen arbeitet der Stylus extrem genau und präzise. Wichtigste Neuerung ist jedoch die Umstellung auf eine Bluetooth-Kopplung. Dadurch kann der S Pen erstmals auch als Fernbedienung (z.B. bei Präsentationen) verwendet werden. So ist es beispielsweise möglich, Selfies und Gruppenfotos per Fernauslöser zu machen, Folien zu präsentieren oder Videos abzuspielen. Das funktioniert aus bis zu zehn Metern Entfernung zum Smartphone. Eine praktische Funktion im Alltag ist die automatische Übersetzungsmöglichkeit. Will man ein Wort in eine andere Sprache übersetzen, braucht man dieses lediglich mit dem Stylus anzutippen.

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Akku und Anrufe

Dank des üppig dimensionierten Akkus (4.000 mAh) hält das Galaxy Note 9 ausreichend lange durch. Neue Maßstäbe setzt es diesbezüglich aber nicht. Im durchaus anspruchsvollen Testalltag musste das Gerät im Schnitt alle eineinhalb Tage an die Steckdose. Sieht man viele Videos an, spielt anspruchsvolle Games, nutzt die Navigationsfunktion oder lädt große Dateien herunter, geht dem Smartphone aber auch schneller der Saft aus. Positiv: Bei Alltagsaufgaben kommen nur die vier schwächeren Rechenkerne zum Einsatz. Nur wenn die volle Power benötigt wird, schalten sich die vier weiteren Kerne hinzu. Dank Quick-Charging dauert eine Vollladung nur rund zwei Stunden. Darüber hinaus unterstützt das Gerät auch das kabellose Fast Wireless Charging. Beim Telefonieren liefert das neue Note bei der Sprachqualität eine sehr gute Leistung ab. Das Testergebnis war makellos. Egal ob Anrufer oder Angerufener – die Sprachqualität war stets top. Selbst die integrierte Freisprechfunktion liefert - zumindest in ruhiger Umgebung - eine passable Leistung ab.

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Fazit

Das Galaxy Note 9 ist 161.9 x 76.4 x 8.8 Millimeter groß und bringt 201 Gramm auf die Waage. Die Markteinführung erfolgt am 24. August 2018. Kunden können sich für vier Farben entscheiden. Bei den Modellen in Midnight Black, Lavender Purple und Metallic Copper ist der S Pen in Gehäusefarbe lackiert. Bei der Variante in Ocean Blue ist der Eingabestift gelb. Der Preis bleibt auf dem Niveau des Vorgängers (ab 999 Euro, 128 GB). Das Top-Modell schlägt mit 1.249 Euro zu Buche. Damit spielt das Gerät preislich in der absoluten Oberliga. Aufgrund der hervorragenden Performance ist der hohe Preis jedoch gerechtfertigt. Das Galaxy Note 9 erlaubt sich keine Schwächen (Ausnahme: Bixby) und bietet mit dem S Pen – für alle die einen solchen Eingabestift benötigen - einen eindeutigen Mehrwert. Zu den Hauptkonkurrenten dürften neben dem kommenden  iPhone XS Plus  vor allem zwei hauseigene Modelle zählen. Zum einen das Galaxy Note 8, das vor allem für S Pen-Fans eine nach wie vor äußerst gute Alternative darstellt. Zum anderen das Galaxy S9+, das bis auf den Eingabestift auf eine fast identische Ausstattung setzt. Vorteile dieser beiden Geräte: Sie sind deutlich günstiger zu haben als das Galaxy Note 9. Wer sich den Newcomer leisten kann bzw. will, darf sich aber auf alle Fälle über ein hervorragendes Phablet freuen, das technisch und optisch auf dem neuesten Stand ist. Ein absolutes Killer-Feature bietet es aber nicht.

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