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Kongresswahlen

Video entschied die US-Wahl

Ein rassistischer Ausspruch des Senators von Virginia wurde gefilmt und auf Youtube gestellt. Die Empörung darüber hat die Wahl entschieden.

Im für die Machtverhältnisse im Senat entscheidende Bundesstaat Virginia hat der demokratische Kandidat Jim Webb knapp vor dem republikanischen Amtsinhaber George Allen gewonnen. Dies verdanken die Demokraten der Video-Plattform "Youtube."

Denn die neue Macht des Internets hat Allen mit aller Härte zu spüren bekommen. Der Republikaner vergriff sich bei einem Wahlkampfauftritt im Ton. Er nannte einen Amerikaner indischer Abstammung "Macaco" (zu deutsch: "Affe"), eine rassistische Verunglimpfung für Asiaten. Der angesprochene S.R. Sidarth, Student an der Universität of Virginia, verfolgte gerade als Mitarbeiter im Team von Allens Herausforderer Webb die Rede des Senators mit der Videokamera.

Video ins Netz gestellt
Wenig später fand sich der Videomitschnitt auf der Kultwebsite YouTube.com im Internet wieder. Allens Entgleisung schaffte es danach auf die Titelseite der "Washington Post" und schließlich in die Fernsehnachrichten und Talkshows. Trotz aller Entschuldigungen begann Allens Stern zu sinken. Zwar behauptete der Senator, die Bedeutung des Wortes sei ihm nicht bewusst gewesen. Aber es war zu spät. Webb holte in den Umfragen auf.

Das neue Forum YouTube könne inzwischen Wahlausgänge beeinflussen, heißt es in einer Analyse des öffentlichen "National Public Radio". Die Tageszeitung "Los Angeles Times" spricht bereits von der " ersten YouTube-Wahl". "Wird YouTube die Politik demokratisieren oder zerstören?", fragt auch die "New York Times".



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