Bling Ring

Emma Watson auf der Anklagebank

Sophia Coppola inszenierte stilsicheren Film über jugendliche Einbrecher.

Sie brechen in Häuser von Prominenten in Hollywood ein, um cool zu sein. Sophia Coppola erzählt in ihrem neuen stilsicheren Film die auf wahre Begebenheiten beruhende Geschichte von gelangweilten Jugendlichen in Los Angeles. "The Bling Ring" (ab 22. August im Kino) ist hintergründig ein Abbild der vordergründigen Welt der sozialen Netzwerke, der Realityshows und jenes Gesellschaftsbildes, das Klatschblätter und Society-Blogs suggerieren. Als eine Mischung aus "Glamour und Kritik" bezeichnete die Regisseurin selbst ihre Arbeit. Emma Watson glänz als einer der diebischen Jugendlichen auf der Leinwand.

Hier der Trailer zum Film



Star-Häuser auf der Einbruchsliste
In der Garderobe von Paris Hilton, im Schlafzimmer von Megan Fox oder im Schmuckkasten von Lindsay Lohan: Eine Gruppe von jungen Mädchen (gespielt u.a. von Emma Watson, Katie Chang und Claire Julien) und ihr Begleiter Mark (Israel Broussard) fühlen sich am Ziel ihrer Träume. Per Mausklick haben sie die Adressen der Promis herausgefunden. Kleider, Schuhe, Preziosen, aber auch Geldscheine werden mitgenommen, Fotos im Outfit der Reichen und Schönen auf Facebook gepostet.

Die Welt der Reichen und Schönen

Ein Artikel im Hochglanzmagazin "Vanity Fair" über eine Clique, die in Villen der It-Girls und Schauspieler einbrach und letztendlich aufgeflogen ist, diente als Ausgangsbasis für Sophia Coppolas fünften Film. Allerdings machte sie "The Bling Ring" zu keinem Kriminalfilm mit Suspense und überraschenden Wendungen. Das Ende ist, auch ohne Vorwissen um die tatsächlichen Begebenheiten, absehbar. Auf tiefgründige Charakterstudien verzichtete Coppola, die auch das Drehbuch schrieb, ebenfalls - die Figuren sind stereotyp und flach wie die Protagonisten in Klatschspalten und Dokusoaps.

Der Mix macht es aus
Coppola setzt auf Atmosphäre, zeichnet mit einer optischen Mischung aus Szenen, die von YouTube stammen könnten, und komplexen, kunstvollen Bildern ein gutes Abbild der Scheinwelt. Der Film ist unaufgeregt, extrem stylish - von schnell geschnittenen, mit lauter Musik unterlegten Partysequenzen bis zu sehr langen Einstellungen ohne Schnitt; optisch und technisch ein Genuss.

Staubtrockene Satire   
Die Kritik versteckt sich hinter dem Glamour. "The Bling Ring" funktioniert gegebenenfalls als staubtrockene Satire auf eine von Öffentlichkeit besessene Generation. Die Interpretation bleibt dem Publikum überlassen. Dieses könnte die Protagonisten und ihre Obsessionen genauso gut cool finden. Coppola hält ihre eigene Meinung auf Distanz. Ob nun das Leben in sozialen Netzwerken, die Promiverehrung, die Modeobsession und fragwürdigen Ideale hinterfragt werden (oder alles zusammen), lässt sich nicht klar erkennen. Die Leistung der Jungschauspieler ist beachtlich (allen voran Neuentdeckung Chang, aber auch Watson, die das Lebensgefühl von Teilen einer Generation gut herüberbringt). Trotzdem bleibt das Gefühl, dass "mehr drin" gewesen wäre. Denn irgendwann verliert "The Bling Ring" seinen Reiz, weil die Story nicht mehr hergibt.

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