Theater an der Wien: Vorhang zur Premiere von „Les contes d’Hoffmann“.
Für Intendant Roland Geyer wird es ein spannender Abend werden: Nach der ersten, von Hollywood-Regisseur William Friedkin in Szene gesetzten und heftig kritisierten Version von Hoffmanns Erzählungen, die im März an gleicher Stelle Premiere feierte, hat der Chef des Hauses am Naschmarkt zum ersten Mal seit 20 Jahren bei dieser Produktion selbst Hand angelegt. Dass Jacques Offenbachs Opéra fantastique in einem Jahr in zwei Interpretationen auf dem Spielplan ist, sei, so Geyer, von Anfang an geplant gewesen.
Auffassungsunterschiede über die szenische Umsetzung und Interpretation aber hatten zum Bruch zwischen Friedkin und Geyer geführt – worauf Roland Geyer sich für eine völlige Neukonzeption und Neuinszenierung entschied.
Während in der Friedkin-Version die vier verschiedenen Geliebten Hoffmanns von vier Sängerinnen interpretiert wurden, wurde für die unterschiedlichen und charakterstarken Partien der Stella, Olympia, Antonia und Giulietta in der Neuinszenierung die Sopranistin Marlies Peterson gewonnen.
Intendant Geyer verspricht moderne Inszenierung
Der mexikanische Tenor Arturo Chacón-Cruz hat die Titelpartie des Dichters Hoffmann übernommen. Von der Friedkin-Fassung, so Geyer, ist nicht einmal mehr das Bühnenbild übrig: „Es wird eine völlig neue, moderne Inszenierung mit außergewöhnlichen Kostümen und imaginativer Bühne.“
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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