Mittwochmittag notiert die Kryptowährung bei rund 76.105 Dollar und damit um 14,5 Prozent unter der Vorwoche.
Die Kryptowährung Bitcoin konnte im Verlauf der letzten Woche den Verkaufsdruck nicht abschütteln. Mittlerweile hat die "Krypto-Leitwährung" alle Gewinne seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump wieder eingebüßt. Mittwochmittag notiert der Bitcoin bei rund 76.105 Dollar (rund 64.490 Euro) und damit im Vergleich zur Vorwoche um 14,5 Prozent tiefer. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 1,52 Billionen Dollar, nach 1,78 Billionen vor sieben Tagen.
Am Dienstag war der Bitcoin bis unter 73.000 Dollar gefallen. Das war der niedrigste Stand seit dem Sieg Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen im November 2024.
Reißen der 70.000-Dollar-Marke befürchtet
Anlegern stehe die Unsicherheit derzeit ins Gesicht geschrieben, schrieb Experte Timo Emden von Emden Research. Investoren befänden sich im Klammergriff makroökonomischer Unsicherheiten. Der Rückgang verdeutliche die zunehmende Empfindlichkeit von Bitcoin gegenüber makroökonomischen Verschiebungen und globalen Liquiditätsströmen.
Investoren fürchteten, dass der geldpolitische Gegenwind insbesondere jenseits des Atlantiks doch länger anhalte als gedacht und schalten vorsichtshalber in den Risk-off-Modus. Ein Reißen der 70.000-Dollar-Marke könnte Anleger in den Panikmodus versetzen.
Mittlerweile hat die Kryptowährung vier Verlustmonate hinter sich und verbucht damit die längste Negativserie auf Monatsbasis seit 2018. Die Durststrecke sorgt für schlechte Stimmung am Markt und der viel beachtete "Fear&Greed-Index" signalisiert extreme Angst unter Anlegerinnen und Anlegern.
Kaufgelegenheit oder Dauerflaute
Nicht alle Marktbeobachter aus der Kryptobranche wollen sich geschlagen geben. So fragt sich etwa Matteo Bottacini von Crypto Finance, ob sich bei den aktuellen Niveaus mittlerweile eine "monumentale Kaufgelegenheit" biete oder der Bitcoin doch in der Anfangsphase eines tiefen Bärenmarktes stehe.
Tatsächlich gebe es momentan "keine starken Narrative", die eine Erholung in Aussicht stellen. Aus langfristiger Sicht erscheine der aktuelle Kurs jedoch "zweifellos attraktiv".
"Sichere Häfen" statt Bitcoin
Denn einerseits stehe es immer noch "außer Frage", dass der bisher "kryptofreundlichste" US-Präsident Trump Maßnahmen ergreife, die dem Sektor schaden würden. Diese Tatsache stütze seinen mittelfristig optimistischen Ausblick.
Auf der anderen Seite verweisen Marktbeobachter auf den scheinbar immer noch anhaltend starken Liquiditätsabfluss aus dem Kryptomarkt in vermeintlich sichere Häfen wie Edelmetalle und Rohstoffe. "Tiefe Liquidität, forcierte Liquidationen und makroökonomischer Gegenwind haben eine außergewöhnlich schnelle Marktbewegung ausgelöst", heißt es etwa seitens des auf Kryptoanlageprodukte spezialisierten Unternehmens 21Shares.
Starke Abgaben im Altcoinmarkt
Der Rest des Marktes leidet derweil weiterhin ebenfalls unter starken Abgaben. Allen voran büßte die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Blockchain-Devise Ether im Wochenverlauf ein Viertel ihres Wertes ein und notiert mittlerweile bei 2.275 Dollar. Dies gilt auch für die Konkurrenz Solana mit einem Minus von 23 Prozent.
Der Marktwert aller knapp 19.000 auf dem Portal CoinGecko gelisteten Kryptowährungen lag am Mittwoch bei rund 2,66 Billionen Dollar und damit um rund 500 Milliarden unter dem Wert der Vorwoche. Der Bitcoin-Anteil am Gesamtmarkt blieb mit rund 57 Prozent stabil.