Absturz

Europas Börsen zu Wochenschluss stark im Minus

Euro-Stoxx-50 verliert 1,8 Prozent, der DAX rund 2 Prozent. Die Gründe für den Aktienabsturz: Nahost-Konflikt und Ölpreisanstiege schüren Inflationsängste. Tech-Werte sind besonders schwach

Europas Börsen haben am Freitag einen Rücksetzer erlitten. Damit folgten sie den schwachen Vorgaben aus Asien, wo es angesichts der wieder gestiegenen Ölpreise zu Verlusten gekommen war. Die vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs gestiegenen Preise heizten Inflationssorgen an, die sich in steigenden Anleiherenditen widerspiegelten. Auch an den US-Börsen zeichnet sich am Nachmittag angesichts der Lage im Nahen Osten ein schwacher Handelsstart ab.

Kommende Woche stehen außerdem eine Reihe wichtiger konjunktureller Frühindikatoren an. "Solange die Straße von Hormuz nicht wirklich nachhaltig geöffnet wird, dürften die Frühindikatoren weiter südwärts tendieren", warnte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck.

DAX verliert rund 2 Prozent

Der Euro-Stoxx-50 hielt gegen 15.10 Uhr mit einem Minus von 1,84 Prozent bei 5.825,57 Punkten. Der deutsche DAX verlor 1,95 Prozent auf 23.980,02 Zähler. Der britische FTSE fiel um 1,83 Prozent auf 10.182,96 Punkte.

ATX verliert nicht ganz so stark

Am frühen Nachmittag notierte der ATX 0,98 Prozent schwächer auf 5.863,58 Punkten, womit der Leitindex auf Wochensicht leicht nachgeben würde. Für den ATX Prime ging es um 0,97 Prozent auf 2.901,23 Zähler hinab. Damit entwickelte sich die hiesige Börse jedoch noch besser als viele andere europäische Handelsplätze.

Angesichts der auslaufenden Berichtssaison fehlten Impulse von Unternehmensseite. Verhältnismäßig gut hielten sich in dem unsicheren Marktumfeld die als defensiv geltenden Pharma- und Nahrungsmittelwerte. Unter Druck standen dagegen von der Konjunktur und der Zinsentwicklung abhängige Sektoren. Die energieintensiven Stahlwerte schwächelten dabei auffallend stark. So verloren ArcelorMittal 3,4 Prozent. Die gleichfalls von den Energiepreisen bestimmten Baustoffwerte gaben ebenfalls deutlich nach. Holcim etwa sackten um 4,1 Prozent ab.

ASML und Infineon schwächeln

Auch Technologiewerte schwächelten. So zählten die Aktien der Halbleiterkonzerne ASML und Infineon mit Verlusten von 4,6 bzw. 4,8 Prozent zu den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50. Titel der ebenfalls stark vom KI-Boom abhängigen Siemens Energy büßten 4,3 Prozent ein.

Tech-Werte folgten damit Verkäufen in Fernost, wo die Nachhaltigkeit des Booms im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinterfragt worden war. Auch die soliden Zahlen des US-Halbleiterausrüsters Applied Materials am Freitag boten dem Sektor keine Unterstützung. Die Aktien von Applied Materials selbst fielen in New York vorbörslich trotz eines von Analysten gelobten Quartalsberichts um 1,7 Prozent.

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