Starkes Aktienjahr

Japan: Boomende Börsen trotz Schulden-Beben

Japan hat ein starkes Aktien-Jahr hinter sich - obwohl die Sorge um die Verschuldung wächst.

Der japanische Leitindex Nikkei hat das Jahr 2025 mit einer starken Performance von rund 35 Prozent abgeschlossen: Auch heuer ist er bisher mit einem Plus von knapp drei Prozent unterwegs – viele Investoren setzen auf die neu erwachte wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft von Nippon.

Allerdings hat das Land eine Schwäche – und die hat zuletzt zu einem „Ausverkauf“ bei japanischen Anleihen geführt, wie es eine aktuelle DWS-Analyse formuliert. Was war geschehen: Kurzfristig lagen die Nerven auf den Finanzmärkten blank, die Frage lautete ob im Land der aufgehenden Sonne eine gewaltige Schuldenkrise auszubrechen droht.

Droht Schuldenkrise in Japan?

Denn Japan ist eines der am höchsten verschuldeten Industrieländer überhaupt. Die Staatsverschuldung beträgt 230 Prozent des BIP, das ist fast dreimal so viel bei Österreich (83,7 Prozent). Und die neue Premierministerin Sanae Takaichi, die seit Oktober 2025 im Amt ist, hat „eine expansivere Fiskalpolitik“ ausgerufen, so DWS. Oder einfacher gesagt: die neue Staatschefin setzt auf das Schuldenmachen.

Als sie dann auch noch Neuwahlen für den 8. Februar 2026 ausrief und gleichzeitig weitere Steuersenkungen versprach, begannen einige Investoren panisch japanische Staatsanleihen zu verkaufen. Die Rendite 40 jähriger japanischer Staatsanleihen stieg über vier Prozent, nachdem sie zuvor jahrelang nahe der Nulllinie gelegen hatte. Und es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob ein Land für seine Schulden fast null oder vier Prozent Zinsen pro Jahr bezahlen muss.  

Eine Frage der Laufzeit

Trotzdem blieben die Anleihemärkte und auch die Aktienbörsen letzendlich gelassen, ein Schulden-Crash Japans fand nicht statt und inzwischen haben sich die Gemüter auch wieder ein wenig beruhigt – jedenfalls vorläufig. Die Erklärung ist einfach, so die DWS-Analysten: Japan hat zwar gewaltige Schulden, aber diese sind enorm „langläufig“, d.h. sie sind in Anleihen mit 10-, 30- oder sogar 40-jähriger Laufzeit gebunkert. Und bei denen ändert sich an der Verzinsung genau nichts, es dauert Jahre bis sie ablaufen und zurückgezahlt werden müssen. Bis dahin sollte Japans jetzt höheres Wirtschaftswachstum für Ausgleich sorgen. Und Aktien-Flaggschiffe wie Toyota, Panasonic (die Aktie stieg 18% in den letzten 12 Monaten) oder Mitsubishi (plus 45 Prozent), sind ohnehin auf dem gesamten Weltmarkt tätig.

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