40 Austria-Nazis stürmen türkisches Kulturzentrum

Wien-Favoriten

40 Austria-Nazis stürmen türkisches Kulturzentrum

Am helllichten Tag attackierten Rechtsradikale einen Kulturverein: Neun Festnahmen.

Zu der äußerst brutalen Nazi-Attacke war es Sonntagmittag in Wien-Favoriten gekommen: Rund 40 bewaffnete Rechtsradikale stürmten das Haus des türkischen Kulturvereins ATIGF. Neun Täter wurden verhaftet und sind bereits polizeibekannt. Sie werden dem Fanzusammenschluss "Unsterblich" zugerechnet, dem der FK Austria Wien im vergangenen Jänner den Status als offizieller Fanklub des Vereins entzogen hat.

Gegen 13.30 Uhr stürmten laut Polizeisprecherin Adina Mircioane etwa 30 Anhänger von "Unsterblich" in das EKH und versuchten in die Vereinsräumlichkeiten von ATIGF zu gelangen. Mit Holzknüppel, Steinschleudern und Glasflaschen gingen sie auf ihre Opfer los.

Am Schlimmsten erwischte es dabei Rudolf F. (53): Das Vorstandsmitglied der Gewerkschaftsorganisation KOMintern hatte an einer Sitzung teilgenommen und wollte das Gebäude gerade verlassen, als er die Angreifer kommen sah. „Wir hörten Rudi nur laut schreien: Nazis!“, sagte Gerhard M., der den Angriff miterlebt hat, zu ÖSTERREICH. Rudolf F. bekam Schläge ins Gesicht verpasst. Er musste ins Krankenhaus gebracht werden. 

Mircioane zufolge bewaffneten sich die Hooligans bei einer Baustelle mit Holzlatten und Flaschen für eine weitere Attacke. Als sie jedoch sahen, dass ihre Kontrahenten in der Überzahl waren, flüchteten sie. Die Angegriffenen verfolgten sie und alarmierten die Polizei, die letztlich neun Angreifer festnahm. Die anderen wurden auf freiem Fuß angezeigt. Am Montag waren die Ermittler - das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) wurde eingeschaltet - mit der Auswertung von zahlreichen Fotos und Videos beschäftigt, die bei der Attacke entstanden waren.

Verein ruft zu einer Protestkundgebung auf
„Der Vorfall schockiert uns sehr“, heißt es von KOMintern. Montag um 17 Uhr ist eine Protestkundgebung am Vikor-Adler-Platz gemeinsam mit ATIGF geplant.

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