Wien-Simmering

Bub sah Mord an Mutter mit an

Der Bub (2) wächst bei Pflegeeltern auf. Die Bilder bleiben ewig in seiner Erinnerung.

„Mama, Mama“, rief der 2-Jährige Elmedin immer wieder. Der Knirps konnte nicht verstehen, was sich da gerade vor seinen Augen abspielte: Sein Papa Fazil M. (54) rammte seiner Mama Amida (34) ein Fleischermesser in den Körper. Mitten im Frühverkehr, mitten auf der Hauptstraße in Wien-Simmering vor einem Kindergarten. Ein beherzter und vor allem mutiger Autofahrer sprang aus dem Pkw, trat dem Messerstecher in den Rücken. Mit einem weiteren Zeugen überwältigte er den Täter, fixierte ihn und übergab ihn der Polizei. Währenddessen versuchten anderen Zeugen das Messeropfer zu reanimieren – doch ohne Erfolg. Amida starb im Juni noch an Ort und Stelle der Horror-Tat.

Mordprozess
Wegen Mordes musste sich am Montag der gebürtige Mazedonier Fazil M. (54) deswegen vor Gericht verantworten. Justizwachebeamte führten ihn aus der U-Haft in Handschellen in den Verhandlungssaal 106. „Ich wollte sie mit dem Messer nur erschrecken und einschüchtern“, stammelte der Angeklagte in seiner Muttersprache, eine Übersetzerin dolmetschte ihn weiter: „Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe.“ Das Opfer hatte sich wegen Misshandlungen getrennt, fand Unterschlupf in einem Frauenhaus (siehe unten) und wollte nicht mehr zurück zu ihrem Peiniger. Doch Fazli wollte sie zur Rückkehr zwingen.

Schuldig
Als die Richterin die Tatwaffe mit den Blutresten präsentierte, stockte den Prozessbeobachtern (darunter eine Schulklasse) der Atem. Nicht rechtkräftiges Urteil: Lebenslange Haft wegen Mordes (6:2 Stimmen der Geschworenen). Elmedin wächst bei einer Pflegefamilie auf.

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