Donau wird an Schifffahrt angepasst

EU-Strategie

Donau wird an Schifffahrt angepasst

Ökologisch sensible Stellen, wie die Donau-Auen, könnten darunter leiden.

Der EU-Rat in Brüssel verabschiedet am Mittwoch die Donauraum-Strategie - eine Vision für nachhaltige Entwicklung der Naturräume des Donaubeckens. Ein Kernstück darin ist laut Umweltorganisation WWF die bessere Schiffbarmachung des gesamten Stroms durch die Beseitigung sogenannter Flaschenhälse. Diese Flachstellen decken sich jedoch mit den ökologisch besonders sensiblen Strecken des Flusses - wie in Österreich dem Nationalpark Donau-Auen, kritisierte der WWF.

Ökosystem Donau von zentraler Bedeutung
"Statt die Schifffahrt nachhaltig an die Donau anzupassen, soll die Donau an die Schiffe angepasst werden", zeigte sich Irene Lucius vom WWF empört. Die Gesundheit des Ökosystems Donau sei nicht nur für bedrohte Arten, sondern auch für die 80 Millionen Bewohner des Donaubeckens von zentraler Bedeutung. So erwirtschafte die Bevölkerung auf naturnahen Auenflächen der unteren Donau pro Hektar und Jahr 500 Euro aus Fischerei, Schilfverarbeitung, Ökotourismus und Weidewirtschaft.

Sauberes Trinkwasser
Auch das Speichern, Filtern und Reinigen des Trinkwassers für 20 Millionen Menschen entlang der Donau sei eine elementare Aufgabe des Flussökosystems. Wird die Widerstandskraft der Donau und ihrer Zubringer wie zum Beispiel Drau und Mur erhalten, können der Organisation zufolge zudem die Folgen des Klimawandels besser abgepuffert werden.

Donau soll halben Meter tiefer werden
Österreich habe bereits 2002 das Vorhaben, die derzeitige Fahrwassertiefe der Donau von 2,2 Metern auf bis zu 2,7 Meter zu erweitern, als Schlüsselprojekt zur Förderung der Binnenschifffahrt im Rahmen des EU-Programms TEN-T (Transeuropäisches Netzwerk für Transport) bezeichnet. "Die angebliche Naturverträglichkeit der Schifffahrt wird dadurch auf eine harte Probe gestellt. Denn die Schaffung einheitlicher Bedingungen für die Schifffahrt durch die Vertiefung und Vereinheitlichung der Donausohle zerstört die natürliche Dynamik des Flusssystems", kritisierte der WWF.

Der WWF sieht in den Maßnahmen der EU-Strategie aber auch positive Ansätze, wie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zum Schutz der March-Thaya-Auen. Auch Verbesserungen für den weltweit größten Süßwasserfisch, den Donaustör, seien Teil des Aktionsplans.

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