Weihnachts-Schock

Weil sie zu viel arbeitet! Amt nimmt Mama Drillinge weg

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Ein besinnliches Weihnachtsfest wird es für die Wiener Star-Anwältin Liane Hirschbrich nicht geben. Das Jugendamt hat ihr wegen ihres Jobs ihre Drillinge weggenommen.

Am Donnerstag, drei Tage vor Weihnachten, läutete das Jugendamt an der Tür der renommierten Strafverteidigerin. In Begleitung von Polizisten drangen die Beamten in die Wohnung der Anwältin vor. Ohne Vorankündigung wurden die zwei Monate alten Drillinge Sara, Caroline und Christian entrissen. Der Grund, der Hirschbrich genannt wurde: Sie soll 70 Stunden die Woche arbeiten und würde aufgrund ihres Jobs die Sorgfaltspflicht nicht gewährleisten können.

Diesen Vorwürfen wiederspricht sie im Gespräch mit oe24 vehement: "Ich bin bei keiner Kanzlei angestellt. Wenn ich will, arbeite ich 5 Stunden am Tag, oder ich sperre überhaupt zu." Bei der mittlerweile fünffachen Mutter - sie hat bereits eine 25-jährige Tochter und einen elfjährigen Sohn großgezogen - macht sich Verzweiflung Trauer und Wut breit.

Kinder nach der Geburt getrennt

Hirschbrich stellt das System in Frage: "In Österreich leben Tausende alleinerziehende Mütter, denen es genauso geht. Warum dürfen die ihre Kinder behalten und mir werden die Kinder entrissen?" Doch damit nicht genug: Auf Nachfrage, wo ihre Drillinge nun untergebracht sind, folgt der nächste Schock. "Meine Kinder wurden bei unterschiedlichen Pflegeeltern untergebracht. Das darf es doch nicht sein", kann sie den Umgang der Behörden nicht fassen. 

Liane Hirschbrich Kinder Babys Jugendamt
© zvg

DIe Strafverteidigerin behauptet sogar, dass es rechtswidrig sei, die frisch geborenen Geschwister zu trennen. Die Kinder sind "Frühchen", dadurch kam es zu einem Vorfall, wegen dem das Jugendamt angeblich alarmiert wurde. Auf der Pflegestation soll Hirschbrich kurz eingenickt sein, woraufhin die Ärzte zu zweifeln begonnen hätten, ob sie der Doppelbelastung als arbeitstätige Frau und Mutter von Drillingen gewachsen sei. Sie verteidigt sich: "Der Raum war völlig abgedunkelt, da ist es klar, dass man nach einer gewissen Zeit einschläft."

Polizei stürmte rücksichtslos durch die Wohnung

Auch an dem Vorgehen der Behörden lässt sie kein gutes Haar: "Die sind wie Ungeheuer in meine Wohnung gestürmt und haben meine Kinder an sich gerissen, ohne davor Hände zu waschen, oder irgendeine Form von Hygiene an den Tag gelegt zu haben. Die Polizisten sind durch die ganze Wohnung gelaufen und haben gar keine Rücksicht genommen. Sie haben behauptet, dass sie zum Schutz für die Jugendamt-Mitarbeiter vor Ort wären." 

Hirschbrich kann immer noch nicht fassen, was ihr passiert ist. "Es laufen derartig viele gefährliche Menschen in dem Land herum, wo war die Exekutive da? Aber bei einer 50-Kilogramm-schweren, alleinerziehenden Mutter, müssen sie als Aufpasser mitkommen, da frage ich mich schon..."

Hirschbrich attackiert SPÖ

Die Betroffene hat einen Verdacht, wie es zum extremen Vorgehen der Behörden gekommen ist. Sie war bis vor kurzem Mitglied der SPÖ, war aber mit dem Auftreten von der damaligen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig alles andere als zufrieden. Das führte dazu, dass die Anwältin der Partei den Rücken kehrte und zu einer anderen Partei wechseln wollte.

"Das hat den Partei-Granden gar nicht gefallen. Die wollen mich mundtot machen", hat Hirschbrich einen fürchterlichen Verdacht. Doch die Mutter gibt nicht auf: "Die Partei kümmert sich nicht um die Rechte von Frauen und Müttern, das werde ich nicht auf mir sitzen lassen."

Dennoch muss sie Weihnachten getrennt von ihren Drillingen verbringen. Wenigstens ihr Sohn und ihre Tochter schenken ihr in der Zeit ein wenig Trost.

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