Neue Erkenntnisse zu Attentat auf

Benzin-Attacke: Ex mit Messer bedroht und heimlich abgehört

Benzin-Attacke: Ex mit Messer bedroht und heimlich abgehört
© Viyana Manset Haber
Der mutmaßliche Täter terrorisierte Nadine W. (35) monatelang mit seiner Eifersucht.
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Wien. Das Entsetzen ist ­gewaltig: Am Freitag wurde die Trafikantin Nadine W. (35) in ihrem Geschäft in der Nussdorfer Straße mit Benzin übergossen und angezündet. Sie liegt seitdem mit lebensgefährlichen Verletzungen im AKH.

Den Brandanschlag soll ihr Freund, der gebürtige Ägypter Ashraf A. (47), der jahrelang als Koch im AKH arbeitete, verübt haben. ÖSTERREICH erfuhr aus gut informierten Kreisen schockierende Details, die wohl letztlich zu dieser Tat führten.

Abhörgerät. Die Beziehung der beiden begann vor fünf Jahren in einer Pizzeria. Die Liebe war geprägt von der krankhaften Eifersucht Ashrafs. Er war laut Insidern andauernd in Sorge, dass Nadine in ihrer Trafik fremde Männer anlacht.

Abhörgerät in Trafik installiert

Es ging so weit, dass der Ägypter in der Trafik ein ­Abhörgerät installierte. Er konnte per Handy bei jedem Gespräch mitlauschen.

Ausgeflippt. Es kam andauernd zu Streit. Er beschimpfte Nadine, wenn sie am Weg zum Steuerberater war, weil er glaubte, sie treffe sich ­privat mit dem Mann. Der mittlerweile nur mehr geringfügig beschäftigte Koch kontrollierte pausenlos das Handy seiner Freundin. Er flippte völlig aus, wenn er das Foto oder gar nur die Nummer eines Mannes darauf fand.

Vor etwa einem Monat eskalierte die Lage schon einmal. Laut Insidern bedrohte Ashraf A. seine Freundin mit einem Springmesser.

ÖSTERREICH konfrontierte Manfred Arbacher-Stöger, den Anwalt des Beschuldigten – es gilt die Unschuldsvermutung – mit den neuen Details: „Ich kann über meinen Mandanten nur ­sagen, er hatte keine Tötungsabsicht.“

Für den Strafverteidiger Manfred Arbacher-Stöger dürfte dieser Fall zur harten Nuss werden. Er vertritt den gebürtigen Ägypter Ashraf A., der seine Ex-Freundin Nadine W. mit Benzin überschüttet und angezündet haben soll.

"Denkzettel" verpassen wollen

Der 47-Jährige hat den Anschlag, bei dem die Trafikantin lebensgefährlich verletzt wurde, gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Er habe ihr einen Denkzettel verpassen wollen.

Warum er die Trafik auf der Nussdorfer Straße von außen verschloss und seine brennende Ex-Geliebte wie in einem Gefängnis zurückließ, wird er erklären müssen. Passanten zertrümmerten mit einem Einkaufswagen die Glastür, nur so konnte Nadine W. überhaupt geborgen werden. Ihre Überlebenschancen sollen bei maximal zehn Prozent liegen.

Motiv: Eifersucht

Motiv. Inzwischen ist das Motiv für die heimtückische Attacke auch klar. Die Trafikantin war nach der Trennung von Ashraf A. eine neue Beziehung eingegangen. Der 47-Jährige soll rasend vor Eifersucht gewesen sein und seine Ex überwacht haben.

Haft. Bis er denn den Entschluss zum Brandanschlag fasste. An einer Tankstelle kaufte er sich Benzin, füllte den Inhalt eines 5-Liter-Kanisters in kleinere Einweggläser um und nahm davon eines mit in die Trafik. Das Benzin goss er seinem Opfer ins Gesicht, zündete es mit einem Feuerzeug an. Nadine W. konnte den Ersthelfern noch den Namen des Täters nennen. Noch während der Fahndung stellte sich Ashraf A. Ein Einsatzkommando nahm ihn fest. Am Sonntag wurde er in die Haft überstellt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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