»Black is back«: Die Minister-Macher

Mikl Leitner, Stelzer und ihre Kollegen

»Black is back«: Die Minister-Macher

Türkis ist out – Schwarz ist wieder da. In der ÖVP haben die Länder wieder die Macht. 

Wien. Als der ÖVP-Vorstand Freitagfrüh im legendären Springerschlössl in Wien-Meidling zusammentrat, war die Sache schon gelaufen. Die halbe Nacht hatten die sechs ÖVP-Landesfürsten, salopp gesagt, das Kurz-Erbe unter sich aufgeteilt. Und: Ganz in der Pröll-Tradition – nicht weniger wirksam, aber viel diskreter – hat Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner die alte Ordnung wiederhergestellt.

Niederösterreich gibt wieder den Ton an

Drei aus Niederösterreich. Gut, der neue Kanzler Karl Nehammer ist gebürtiger Wiener, seine politische Karriere startete er aber im seinerzeitigen „Erwin-Pröll-Land“. Mit ihm stehen nun drei Niederösterreicherinnen in der Regierung: Klaudia Tanner bleibt beim Heer – dazu kommt mit Gerhard Karner ein robuster Verfechter blau-gelber Interessen ins mächtige Innenressort. Auch wenn sie das im ÖSTERREICH-Interview bestreitet und bescheiden bleibt: Johanna Mikl-Leitner ist nach dem Kurz-Abgang die starke Chefin in der ÖVP – Karl Nehammer muss es erst noch werden.
Taktische Spielchen. Dass bis zuletzt auch noch Karoline Edtstadler als neue Kanzlerin gehandelt wurde, waren taktische Spielchen.

Edtstadler wurde doch nicht Innenministerin

Vor allem der Steirer Hermann Schützenhöfer setzte so listig einen Landsmann in der Regierung durch – als Martin Polaschek fix war, war auch eine Kanzlerin Edt­stadler kein Thema mehr. Im Gegenteil: Die machtvollen Niederösterreicher verhinderten ihren Wechsel ins Innenministerium – denn Edtstadlers Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat innerparteilich an Bedeutung verloren. Immerhin: Verfassungsministerin durfte sie schon bleiben.

Faßmann wollte bleiben und musste doch gehen

Brutal. Bei Bildungsminister Heinz Faßmann war die ­Situation eine andere. Er wollte bleiben und rechnete auch damit, weiter für Schulen und Unis zuständig zu sein – doch siehe oben: Schützenhöfer hatte andere Pläne. Und auch Vorarlbergs Markus Wallner (mit Magnus Brunner) sowie Oberösterreichs Thomas Stelzer (Claudia Plakolm!!) setzten ihre Personalwünsche durch. Finanzminister Gernot Blümel hatte noch am Donnerstagabend das Handtuch ge­worfen – er wäre aber wegen der Ermittlungen aus der Schusslinie genommen ­worden.
Einigermaßen überraschend blieben enge Vertraute von Sebastian Kurz: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wackelte wohl am meisten – wurde aber vom Tiroler Günther Platter gehalten, Elisabeth Köstinger war eine Bauernbund-Notwendigkeit. Und Susanne Raab – ja genau, Oberösterreich.

Und Nehammer? Er kann mit niederösterreichischem Rückenwind starten. Mikl-Leitner weiß, was sich gehört. Gegenüber ÖSTERREICH versicherte sie: Das Team, das habe sich der neue Kanzler ­allein ausgesucht. 



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