Strand statt Zelle

Bordellkönig verhöhnt Finanz

Statt im Häfen zu sitzen, aalt sich ein verurteilter Bordellchef in Südamerika in der Sonne. Und verhöhnt im Interview heimische Behörden.

"Kinder zeugen, Geschäfte machen, am Strand liegen", Ex-Bordellkönig Felix Pifrader stellt sich seine Zukunft sonnig vor. Der Mann, der früher im Puff die Puppen tanzen ließ, tanzt jetzt der österreichischen Justiz und Finanz auf der Nase herum.

Pifrader war der Platzhirsch der Salzburger Rotlichtszene. In seinem Luxusbordell "Roma Club“ in der Mozartstadt floss nicht nur der Champagner in Strömen, sondern auch das Geld in die Taschen des gewieften Geschäftsmannes. Im Club räkelten sich die nackten Damen im spektakulären Deckenaquarium, im Hinterzimmer scheffelte Pifrader Millionen und schleuste sie an der Steuer vorbei. Als die Behörden zu ermitteln begannen, ging Pifrader in die Rotlicht-Rente, setzte sich 1999 nach Brasilien ab. 2005 wurde er wegen Steuerhinterziehung in Höhe von sechs Millionen Euro zu sechs Monaten Haft und 1,8 Millionen Euro Geldstrafe verurteilt.

"Ich denke nicht daran, zurückzukommen“, sagte Puff-Profi Pifrader jetzt bestens gelaunt im Interview, und: "Die Summen sind falsch. Da bräuchte ich nie wieder arbeiten, hätte ich so viel eingesteckt."

Nach einem gescheiterten Geschäft mit lockeren Mädchen hat sich der Salzburger jetzt in Fortaleza auf das Geschäft mit lockeren Schrauben verlegt: "Ich ersteigere ramponierte Luxuslimousinen, lasse sie herrichten und verkaufe sie wieder.“ Zum Abschluss des Interviews legt der ehemalige Lust-Lieferant noch ein Schäuflein nach: "Schöne Grüße an die Heimat, vor allem ans Finanzamt!“

Die Behörden sind machtlos. Zwar wurde ein Rechtshilfe-Ersuchen an Brasilien gestellt. "Das dauert ewig“, ärgert sich unsere Justiz.

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