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So läuft die Fahndung

Erste Spuren nach Entführung in Eisenstadt

Polizei verfolgt 'gute' Ermittlungsansätze.

Das Verschwinden bzw. die mutmaßliche Entführung einer 88-jährigen Frau, die Unbekannte am Dienstagnachmittag auf offener Straße in Eisenstadt in ein Auto setzten und wegbrachten, hält im Burgenland weiterhin die Polizei auf Trab. Bezüglich des Ermittlungsstandes hält sich die Exekutive nach wie vor bedeckt. Die Rede ist bloß von "Erfolg versprechenden Ansätzen", die man nicht gefährden wolle. Bei der Polizei sind bereits brauchbare Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. 

"Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen: Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Es gibt gute, Erfolg versprechende Ansätze, die Hoffnung machen", sagte Polizeisprecher Helmut Marban am Mittwoch zur APA. Es handle sich um "mehrere Ansätze", Details nannte Marban nicht.
 

Die 88-Jährige sei in ein Auto verfrachtet worden

Aus "ermittlungstaktischen Gründen" könne man derzeit zu dem Fall nicht mehr sagen. Alles, was ermittlungstechnisch möglich sei, habe man unternommen. Die Frau war am Mittwoch gegen 15.30 Uhr in der Esterhazystraße mit ihrer Pflegerin unterwegs, als zwei schwarze Limousinen anhielten. Eine Frau habe dann die Pflegerin weggeschubst. Die 88-Jährige sei in eines der Autos verfrachtet worden, die dann mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Bergkirche davongefahren seien. An der Tat sollen ein Mann und zwei Frauen beteiligt gewesen sein.
 
Die Polizei leitete nach dem Vorfall eine umfassende Fahndung im gesamten Burgenland ein, so Marban. Auch internationale Fahndungsmaßnahmen liefen an. Über die eingespielten Systeme trat die Exekutive in Kontakt mit den Polizeibehörden der Nachbarländer. Allein im Burgenland waren mehr als 100 Beamte fahndungstechnisch im Einsatz, schätzte Marban.
 
Die Ermittlungsansätze hätten sich schließlich auch aufgrund von Hinweisen, zu denen man jedoch keine nähere Auskunft geben könne, verdichtet. Angaben zur Identität des Opfers will man seitens der Exekutive aus Gründen des Opferschutzes und um die Ermittlungen nicht zu gefährden, weiter nicht machen.
 

Polizei hofft auf Hinweise

Die Polizei setze ihre Hoffnungen "auf die Möglichkeit, dass irgendjemand vielleicht diesen Entführungsfall gesehen haben könnte, irgendwelche zweckdienlichen Hinweise machen könnte", sagte Marban. Vom Zeitpunkt der Tat am Nachmittag bis in die Abendstunden gingen zunächst keine weiteren Hinweise - abgesehen von den genannten Erstinformationen - ein. "Aber wir sind permanent und rund um die Uhr mit diesem Fall beschäftigt", so Marban. In der Nacht auf Mittwoch waren von der Landespolizeidirektion Burgenland auf Anfrage der APA keine neuen Informationen zu erhalten.
 
Nach dem Vorfall wurde im Raum Eisenstadt bis in den Bezirk Neusiedl am See eine groß angelegte Fahndung gestartet. Zahlreiche schwer bewaffnete Polizisten wurden in der Landeshauptstadt gesichtet. Ein Augenzeuge schilderte der APA, dass nur ungarische Fahrzeuge angehalten wurden und die Beamten die Fahrzeuglenker aussteigen ließen. "Die Fahndung läuft mittlerweile international - in alle Richtungen", sagte Marban.
 
Jene Frau, die die Pflegerin zur Seite gestoßen hat, wurde als groß, schlank, blond und mit einer Mütze bekleidet beschrieben. Das 88-jährige Opfer trug einen dunkelroten Mantel, eine schwarze Mütze und braune Handschuhe. Die Pflegerin der 88-Jährigen wurde bei dem Vorfall nicht verletzt. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut. Wie es der Familie des Opfers gehe, dazu lagen Marban zunächst keine Informationen vor.
 
Zur Identität des Entführungsopfers "können wir zum jetzigen Zeitpunkt aus kriminaltaktischen Gründen und aufgrund des Opferschutzes nichts sagen", sagte Marban. Auf die Frage, ob es in einem Entführungsfall nicht hilfreicher wäre, den Namen des Opfers zu nennen oder etwa ein Foto zu veröffentlichen, sagte er: "Möglicherweise, wenn nähere Umstände bekannt sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt haben wir uns entschlossen, dazu nichts zu sagen."
 
Sachdienliche Hinweise, die auf Verlangen auch vertraulich behandelt werden, können an das Landeskriminalamt unter 059 133 10 3333 oder an jede Polizeidienststelle gerichtet werden.
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