Deutsche Grenzkontrollen führen zu Lkw-Stau auf der A12

Verzögerungen in Tirol

Deutsche Grenzkontrollen führen zu Lkw-Stau auf der A12

Während kaum Pkws nach Deutschland ausreisen, führen die Grenzkontrollen zu einem Lkw-Stau.

Die Kontrollen Deutschlands an der Grenze zu Tirol, die aufgrund der Ausbreitung der südafrikanischen Coronavirus-Variante seit Sonntag durchgeführt werden, haben Montagfrüh zu ersten Staubildungen geführt. Während nur wenige Pkws nach Deutschland einreisen wollen, kam es vor allem am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden zu einem Lkw-Stau und teilweise langen Verzögerungen. 
 
Auch der Grenzübergang zwischen und Italien und Tirol auf der A13 Brennerautobahn könnte am Montag von Überlastungen betroffen sein. Tirol hatte angekündigt, bereits dort zu kontrollieren, ob Durchreisende nach Deutschland die notwendigen Voraussetzungen für die Reise erfüllen. Deutschland verlangt nämlich etwa von Lkw-Lenkern im Güterverkehr einen negativen Coronatest und eine Online-Anmeldung.
 

Systemrelevante Pendler

Von Bayern hatte es am Sonntag geheißen, dass "systemrelevante Pendler" auch weiterhin nach Bayern zum Arbeiten kommen können. Noch nicht klar war aber, welche Berufsgruppen tatsächlich als "systemrelevant" gelten. Ansonsten dürfen nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für medizinisches Personal, für Lkw-Fahrer und landwirtschaftliche Saisonkräfte. Auch das reine Durchreisen etwa von Tirol nach Salzburg war nicht möglich.
 

Deutsche Spediteure warnen vor Grenzstaus und gestörten Lieferketten

Angesichts der Kontrollen an den Grenzen zu Österreich und Tschechien warnen Spediteure vor Folgen für die Wirtschaft. Beschäftigte im Transportsektor müssten ihre Einreise selbst bei Transitfahrten anmelden und einen zertifizierten Coronanegativtest vorweisen, teilte der deutsche Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) am Montag in Berlin mit. Durch diese neuen Hürden drohten erneut Grenzstaus, weiträumige Umfahrungen und gestörte Lieferketten.
 
Die EU-Mitgliedstaaten müssten auf die dynamische Pandemieentwicklung entschieden reagieren, aber als Gemeinschaft. "Wir dürfen jetzt nicht wieder zu einer einzelstaatlichen Politik geschlossener Grenzen wie im März 2020 zurückkehren", mahnte DSLV-Präsident Axel Plaß.
 
Die Arbeit der Spediteure werde durch das nicht harmonisierte Einreiserecht zahlreicher EU-Staaten erheblich erschwert. "Speditionshäuser werden bedarfsgerechte Lieferzusagen unter diesen Voraussetzungen nicht mehr einhalten können."
 
Video zum Thema: Tirol: Polizeisprecher (D) Rainer Scharf über Grenzkontrollen
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